Ballspiele unter Sonnenlicht

Die öffentlich-rechtliche KfW-Bankengruppe hat eine Vereinbarung mit dem brasilianischen Energiekonzern Cemig zur Finanzierung einer 1,4-Megawatt-Solaranlage getroffen. Die Anlage entsteht nach Angaben von Cemig auf der WM-Arena in Belo Horizonte im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, einem Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Sommer. Der Vertrag über zehn Millionen Euro ist jetzt in Frankfurt am Main unterzeichnet worden. Das Bundesentwicklungsministerium wird das Vorzeigeprojekt fördern, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt Cemig bei der Projektentwicklung. GIZ und KfW haben bereits Erfahrung mit einem Ein-Megawatt-Solarprojekt am Hauptsitz des staatlichen Versorgers Eletrosul im Süden Brasiliens. 

Bei der Ausschreibung für die Anlage in Belo Horizonte hatte der portugiesische Solarkonzern Martifer Solar im vergangenen Jahr den Zuschlag erhalten. Die Solarpaneele sollen aus kristallinen Siliziummodulen bestehen und müssen bis zur WM Mitte Juni am Netz sein. Die Initiatoren erhoffen sich von der Fußball-WM einen großen Werbeeffekt und einen Schub für die Sonnenenergie in Brasilien. Ähnliche Projekte sind auch für Olympia 2016 in Rio de Janeiro angedacht. 


Die Arbeiten zur Montage der Photovoltaik-Module am WM-Stadion von Belo Horizonte haben bereits begonnen. (Foto: Rodrigo Lima/Nitro/mg.gov.br)

Brasilien ist einer der größten Energieverbraucher der Welt und hat eigentlich ideale Bedingungen für Solarenergie. Das Land bezieht aber noch nicht einmal ein Prozent seines Stroms aus Photovoltaik-Anlagen, eine eigene Fertigung gibt es nicht. Stattdessen folgt die Regierung noch immer den Zielvorgaben aus den 1970er Jahren und setzt auf den weiteren Ausbau der Wasserkraft, die jetzt schon rund 80 Prozent am Strommix erreicht. Die Großstaudamm-Projekte stoßen jedoch wegen der damit verbundenen Naturzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen auf immer mehr Widerstand. 

klimaretter.info/mb

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