Neuer Windboom im Norden erwartet
Schleswig-Holstein hat die Fläche für den Bau von Windkraftanlagen verdoppelt. Mit Veröffentlichung im Amtsblatt sei die Ausweisung von 13.192 Hektar neuer Windeignungsgebiete nun rechtskräftig, teilte die Netzwerkagentur Windcomm mit. Deshalb rechnet die Windkraft-Branche nun mit einem Boom: "Damit kommen wir dem Ziel, in unserem Land 9.000 Megawatt Windleistung zu installieren, ein Stück näher", sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, am heutigen Donnerstag in Kiel. Dem Beschluss waren mehrere Bürgerbeteiligungsprozesse vorausgegangen.
Morgenstimmung bei Husum: Schleswig-Holstein hat die mögliche Fläche für Windenergie verdoppelt. (Foto: Paul Langrock)
Mit der neuen Verordnung sind nun 1,7 Prozent der Landesfläche zwischen Elbe und Flensburger Förde für die Windkraft ausgewiesen. Ende 2011 waren Windräder mit einer Leistung von insgesamt 3.271 Megawatt installiert – damit liegt Schleswig-Holstein hinter Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt an vierter Stelle. Zuletzt lagen die jährlichen Zubauraten zwischen 200 und 300 Megawatt. Die Windenergie deckt derzeit einen Anteil von rund 50 Prozent am Nettostromverbrauch des Bundeslandes.
Nach Angaben von Windcomm-Chef Matthias Hüppauff hat die Windbranche in Schleswig-Holstein derzeit 7.000 Beschäftigte. "Mit dem weiteren Ausbau werden mindestens 400 neue Fachkräfte gebraucht, vor allem Servicetechniker", so Hüppauff. Darüber hinaus sei durch einen Zuwachs der Windstrom-Produktion im Land bis 2020 ein jährliches Gewerbesteueraufkommen von 71 bis 111 Millionen Euro möglich.
klimaretter.info/reni
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