Die Blindstelle der Photovoltaik
Jede achte Solaranlage in Deutschland arbeitet deutlich unterhalb des Optimums, das für einen profitablen Betrieb notwendig wäre - insgesamt zwölf Prozent. Wie eine Untersuchung der Messtechnik- und Beratungsfirma smartblue ergab, erreichen die betroffenen Anlagen teilweise sogar weniger als die Hälfte des Stromertrages, den sie eigentlich erbringen könnten. Mittelgroße Anlagen schneiden dabei besser ab als Klein- und Großanlagen. Insgesamt berücksichtigte die Analyse die Daten von über 600.000 Anlagen aus ganz Deutschland

Optimal austariert? 12 Prozent der deutschen Solaranlagen sind es nicht. (Foto: Reimer)
Für die Minderleistungen sind unterschiedliche Faktoren verantwortlich. "Sowohl Defekte der Verkabelung als auch der Module tragen zur Minderung bei. Modulfehler werden hierbei häufig gar nicht oder erst viel später entdeckt ", erläutert Tomi Engel, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie, das Ergebnis. "Ähnlich verhält es sich bei Verschattungen - schon Stromleitungen können die Leistung einzelner Strings spürbar senken. Bleiben schleichend zunehmende Ertragsminderungen wie wachsende Bäume oder Büsche unerkannt, können Solaranlagen schnell unrentabel werden." In Südbayern lassen sich etwa 1.000 bis 1.100 Kilowattstunden pro installierte Kilowatt-Leistung erreichen, in Norddeutschland sind noch 800 bis 900 Kilowatt möglich.
Der Einsatz von Monitoring-Lösungen für Photovoltaik-Anlagen kann hier Abhilfe schaffen: Die Überwachungsanlagen messen die Daten der Solarkraftwerke und verständigen bei möglichen Defekten die Besitzer. Wichtig ist hierbei allerdings, dass eine entsprechende Auswertung der Daten erfolgt. Sonst müssen sich die Anlagenbesitzer selber ihre Schlüsse aus den Daten ziehen, und das ist oft schlicht nicht möglich. Von Vorteil ist eine möglichst detaillierte Überwachung der Anlage, im Idealfall bis auf das einzelne Modul genau - samt entsprechend tiefgreifender Auswertung der so ermittelten Daten.
"Die perfekte Überwachung erkennt den Grund dafür und kann unterscheiden, ob schlechtes Wetter, Defekte, altersbedingte Degradationen oder Verschattungen die Ursache für die Ertragsminderung sind", erklärt Dr. Philipp Geiger, Gründer und Vorstand der smartblue AG. Das Unternehmen hat eine Überwachungslösung namens Smart Monitor entwickelt, die genau diese Analyse und Informationsaufbereitung automatisch durchführt.
klimaretter.info/red
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