Sächsische Kohle für Tschechien

Das Kohlekraftwerk Opatovice in der Tschechei könnte künftig mit Braunkohle aus der Nähe von Leipzig betrieben werden. Ein Liefervertrag des Betreibers Energetický a Průmyslový Holding (EPH) mit der Firma Czech Coal wurde kürzlich aufgekündigt. EPH benötigt nun dringend einen neuen Lieferanten für das Kohlekraftwerk. Den glaubt EPH-Sprecher Martin Maňák nun möglicherweise in der ostdeutschen Firma Mibrag gefunden zu haben.


Braunkohlelager im Tagebau Vereinigtes Schleenhain – Betreiber Mibrag ist im Besitz eines tschechischen Konsortiums. (Foto: High Contrast/Wikimedia Commons)

Denn die Mibrag gehört bereits zur Hälfte EPH. Die andere Hälfte gehört dem tschechischen Staatskonzern ČEZ. Das Unternehmen betreibt westlich von Leipzig die beiden Braunkohletagebaue Profen und Vereinigtes Schleenhain. Der Tagebau Profen erstreckt sich bis nach Sachsen-Anhalt. Eigene Kraftwerke besitzt die Mibrag zur Zeit nicht, die dort geförderte Braunkohle wird in den Kraftwerken Lippendorf (Vattenfall/EnBW) und Schkopau (Eon) verbrannt. Langfristig plant die Mibrag deshalb den Bau eines eigenen Kohlekraftwerks in Profen.

Ob die Braunkohlelieferung nach Tschechien allerdings klappt, ist fragwürdig. Denn der Transport von Braunkohle über lange Strecken lohnt sich aufgrund des hohen Wasseranteils meist nicht, die Kraftwerke werden – anders als Steinkohlekraftwerke – meist in der direkten Umgebung der Abbaugebiete betrieben. Opatovice ist aber über 300 Kilometer von den mitteldeutschen Tagebauen entfernt.

klimaretter.info/hb

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