Garzweiler frißt sich in Autobahn

In Nordrhein-Westfalen ist am Mittwoch mit dem Bau der neuen Autobahn A 44n begonnen worden. Zusammen mit dem sechsstreifigen Ausbau der A 46 soll damit eine Alternative zur A 61 geschaffen werden, die demnächst vom Tagebau Garzweiler abgebaggert wird. Rund 100 Millionen Euro werden die Bauarbeiten kosten, die fast komplett die RWE Power AG übernimmt. Fertiggestellt sein soll das 7,2 Kilometer lange Teilstück bis 2017.


Frißt sich demnächst in die Autobahn A 61: Der Braunkohletagebau Garzweiler II. (Foto: Hanno Böck)

RWE hatte jüngst Pläne vorgestellt, nach denen am Standort Frimmersdorf ein neues Braunkohlekraftwerk errichtet werden soll - zusätzlich zum bereits geplanten Neubau in Niederaußem. Dort soll in den nächsten Jahren ein weiterer Kraftwerksblock mit 1.100 Megawatt mit der sogenannten BoAplus-Technologie entstehen. In Neurath ist RWE gerade dabei, sein neues Braunkohlekraftwerk ans Netz zu schalten.

Der damalige Grünen-Fraktionschef im NRW-Landtag, Reiner Priggen, hatte die RWE-Pläne zusammen mit seinem SPD-Kollegen Norbert Römer vor der Landtagswahl grundsätzlich begrüßt. Es sei "positiv", wenn RWE in "neue, flexible und wirkungsstarke Kraftwerksblöcke investieren will", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Allerdings weisen Priggen und Römer darauf hin, dass RWE bisher entgegen Zusagen auch ineffiziente Alt-Kraftwerke noch weiterbetreibt. Ziel müsse es jedoch sein, die Braunkohleförderung zu vermindern. Die Fraktionschefs kündigen an, mit RWE in einen Dialog über die "Gesamtstrategie" für das Revier einzutreten. Rot-Grün hatte das Projekt Garzweiler II unter Ministerpräsident Wolfgang Clement Mitte der 90er Jahre genehmigt. Der genehmigte Abbauzeitraum reicht von 2006 bis 2045.

klimaretter.info/reni
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