Gorleben vor Erkundungsstopp

Die Bundesregierung will nach einem Bericht der Süddeutscher Zeitung Gorleben erst dann auf Eignung für ein atomares Endlager weiter erkunden, wenn dies zum Vergleich des Salzstockes mit anderen potenziellen Lagerstätten noch nötig werden würde. Dies käme praktisch einem Ende des potentiellen Standortes gleich. Da es bislang keine vergleichenden Erkundungsarbeiten gibt, könnte dieser Fall mutmaßlich frühestens in etlichen Jahren eintreten.

 


Was, wenn die Regierung plötzlich "Nein" zu Gorleben sagt? (Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG)

Seit vier Monaten beraten Bund und Länder über ein Gesetz, dass nach drei Jahrzehnten Streit erstmals ein geordnetes Verfahren für die Suche nach einem Endlager für den hochradioaktive Müll bringen soll. Bundesweit soll an unterschiedlichen Standorten nach besseren Alternativen gesucht werden. SPD, Grüne und Linkspartei fordern, ganz auf Gorleben zu verzichten, um eine Beeinflussung der Auswahl durch mögliche Vorfestlegungen sicher auszuschließen. Union und FDP wollen weiterhin ein unabhängiges "Bundesinstitut für Endlagerung" einrichten, dessen Kompetenzen der Opposition aber zu weit gehen.

Die Anti-Atom-Bewegung reagierte am Freitag skeptisch: "Hört sich gut an, ist aber am Ende doch alles ganz anders. Mit einem vorläufigen Erkundungsstopp erkauft sich die Bundesregierung nur Zeit, um den Standort Gorleben in einigen Jahren umso besser durchsetzen zu können", erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt". Teil des Vorschlages sei auch, keinen weiteren Salzstock auf seine Eignung als Endlager zu untersuchen. Stay: "Damit steigt sogar die Wahrscheinlichkeit, dass zum Schluss trotz aller geologischen Fakten Gorleben doch zum Endlager wird."

klimaretter.info/reni

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