Moorburg geht erst 2014 ans Netz
Der Stahl nennt sich T24: Der vermeintliche Superstahl - eine deutsche Entwicklung - soll mehr Druck und mehr Wärme vertragen, weshalb er in den Kesseln neuer Kraftwerke verbaut wurde. Dadurch läßt sich der Wirkungsgrad der Kraftwerke um einige Stellen hinter dem Komma erhöhen - weshalb der Stahl auch als das Beste im Kesselbau gilt, was derzeit auf dem Markt ist. Dann aber wurden nach zweimonatigem Probebetrieb im Kraftwerk Duisburg Walsum viele hundert Leckagen im Dampfkessel festgestellt - weshalb der Stahl T24 ersetzt werden muss.

Verzögert sich weiter: Vattenfalls Kraftwerksprojekt in Hamburg-Moorburg. (Foto: geheimfrei)
Das betrifft nun auch Vattenfalls Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg: Bei routinemäßigen Tests sind in den beiden 100 Meter hohen Druckkesseln feine Haarrisse an den Schweißnähten entdeckt worden. Aufgrund der Komplexität der Sachlage verschiebe sich die Fertigstellung des Kraftwerks voraussichtlich um ein weiteres Jahr, erklärte ein Sprecher: "Konkret gehen wir jetzt von einem Beginn des kommerziellen Betriebs Anfang 2014 bezogen auf Block B und Mitte 2014 bezogen auf Block A aus". Zuletzt war Vattenfall von einer Inbetriebnahme im Jahr 2013 ausgegangen.
Die Bundesnetzagentur spricht von einer angespannten Lage bei der Stromversorgung in Norddeutschland. "Moorburg hat durchaus eine Relevanz für die Stabilität der Netze", zitiert das Hamburger Abendblatt eine Sprecherin. Wichtig sei deshalb die Verlängerung der Stromleitung zwischen den Umspannwerken Görries in Schwerin und Krümmel bei Hamburg. Die Sprecherin kündigte an, dass spätestens im April der Planfeststellungsbeschluss für die 66 Kilometer lange Leitung vorliegen soll, die zum Transport größerer Strommengen wichtig sei. Falls niemand gegen den Planfeststellungsbeschluss klage, könne dann mit dem Bau begonnen werden und die Leitung wie geplant Ende des Jahres ans Netz gehen.
Das Stahlproblem T24 betrifft auch die neuen Kraftwerkspojekte in Mannheim (GKM), das Kohlekraftwerk Neurath (RWE), Hamm (RWE) und Wilhelmshaven (GdF Suez). Auch dort sind die Verzögerungen beträchtlich.
klimaretter.info/reni
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