EWE muss sparen
Dem norddeutschen Energiekonzern EWE fällt der Atomstrom auf die Füße: Wegen der Abschreibungen auf eine indirekte Beteiligung am Atomkraftwerk Grohnde ist der Konzern im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Negativ wirkte sich auch der geplatzte Verkauf der VNG Verbundnetz Gas AG aus.

EWE war federführend beim Bau des ersten deutschen Offshore-Windparks, jetzt sind die Norddeutschen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. (Foto: alpha ventus)
Der als fünftgrößter Stromkonzern Deutschlands firmierende EWE ist in der Ems-Weser-Elbe-Region, in Brandenburg, auf der Ostseeinsel Rügen, in der Türkei und in Westpolen tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Oldenburg. Die EWE AG ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, deren Mehrheit Städte und Landkreise aus dem Gebiet Ems-Weser-Elbe halten. EnBW hält 26 Prozent am Unternehmen. Nach eigenen Angaben versorgt EWE 1,4 Millionen Strom- und 1,5 Millionen Erdgaskunden in Deutschland. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender von EWE, ist Mitherausgeber von klimaretter.info.
In der vergangenen Woche hatte EWE seine Geschäftsprognose für das abgelaufene 2011 über den Haufen geworfen. Der Vorstand geht allein für den geplatzten Verkauf der VNG Verbundnetz Gas AG von einem Verlust von rund 154 Millionen Euro aus. Ursprünglich hatte der Konzern ein Plus im Geschäftsjahr 2011 prognostiziert. Die Ratingagentur Moody’s hat als Folge das Rating des Oldenburger Energieversorgers EWE von A2 auf A3 gesenkt. Den Ausblick beließ Moody’s auf negativ. Die Agentur begründet die schwächere Einstufung mit gegenwärtigen Belastungen von EWE in einem schwierigen Marktumfeld.
Um aus den roten Zahlen herauszukommen, will der Konzern Kosten einsparen - sprich Stellen in der Verwaltung streichen. Wie viele Mitarbeiter betroffen seien, ist zurzeit noch unklar, erklärte ein Sprecher. In einem internen EWE-Papier heißt es: "Stellenabbau ist notwendig, der genaue Umfang steht noch nicht fest. Der erforderliche Abbau erfolgt sozialverträglich, betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen werden."
Die EWE ist mit dem Nordsee-Windpark alpha ventus Offshore-Pionier.
klimaretter.info/reni
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