Delta sagt Bau eines neuen AKW ab
215 Kilometer Luftlinie von Düsseldorf entfernt wollte der niederländische Stromkonzern Delta ein neues Atomkraftwerk bauen. Doch jetzt wurden die Pläne am niederländischen AKW-Standort Borssele auf Eis gelegt: Delta teilte mit, dass die "Kombination aus Finanzkrise, den hohen Investitionskosten für ein Atomkraftwerk, das aktuelle Investitionsklima und die Überkapazitäten auf dem Strommarkt mit niedrigen Energiepreisen" zur Absage an das Projekt geführt habe.

Niederländischen Greenpeace-Aktivisten war es gelungen, auf das AKW am Ärmelkanal zu klettern und dort Risse aufzumalen. Eine neue Malfläche wird nun erstmal nicht ausgebaut. (Foto: Greenpeace/Thomas Schlijper)
Die 1973 ans Netz gegangene Anlage in Borssele am Mündungstrichter der Schelde in den Ärmelkanal soll bis 2034 in Betrieb sein. Delta hält als Betriebsführer 70 Prozent, RWE ist mit 30 Prozent beteiligt. Das neue Kraftwerk Borssele mit einer Leistung von 2.500 Megawatt sollte ursprünglich ab 2020 Strom liefern. Anfang Januar hatte es auch in Deutschland Proteste dagegen gegeben.
1994 hatten die Niederlanden einen Atomausstieg beschlossen. Derzeit existiert in den Niederlanden nur ein AKW, das Atomkraftwerk Dodewaard war 1997 abgeschalten worden. Ursprünglich hätte Borssele spätestens 2004 vom Netz gehen sollen. Mit Verweis auf die Kyoto-Ziele wurde 2003 der Schließungsbeschluss aber von der Regierung Balkenende aufgehoben und in eine Laufzeitverlängerung bis 2034 umgewandelt. Delta hatte 2009 beim Ministerium für Umwelt und Raumplanung das Bewilligungsverfahren für den AKW-Neubau eingeleitet. Der Baubewilligungbeschluss sollte 2012 vorgelegt werden.
RWE hatte sich als Investor am neuen Projekt beteiligen wollen und vor einem dreiviertel Jahr in Borssele eingekauft. Delta erklärte die Pläne allerdings noch nicht endgültig gescheitert, sondern sollten zunächst für drei Jahre auf Eis liegen.
klimaretter.info/reni
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