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Österreich hilft deutschem Netzbetreiber

An zwei Tagen im Dezember vergangenen Jahres musste der Stromnetzbetreiber Tennet auf ein Ölkraftwerk aus Österreich zurückgreifen. Das alte Kraftwerk Neudorf-Werndorf steht als sogenannte Kaltreserve bereit, wenn es zu Problemen im Stromnetz kommt. Nach Angaben von Tennet war der Grund für diese Maßnahme, dass zu dem Zeitpunkt sehr viel Windstrom aus Norddeutschland in den Süden transportiert werden musste und somit die Stromleitungen überlastet waren.


Das Kraftwerk Neudorf-Werndorf bei Graz sorgt für Stabilität im deutschen Stromnetz. (Foto: Regelzone, Wikimedia Commons)

Tennet hatte zu diesem Zeitpunkt durch seine Leitungen bereits Windstrom nach Österreich und Italien geliefert, für die komplette Versorgung von Süddeutschland reichten die Trassen nicht mehr aus. Der Netzbetreiber sieht den Engpass als weiteres Zeichen für den zu langsamen Ausbau der Stromleitungen.

Auszuschließen ist aber auch nicht, dass es sich bei der jetzt bekannt gewordenen Nachricht, die von Spiegelonline und anderen Medien aufgegriffen wurde, um eine gezielte Kampagne von Tennet für höhere staatliche Zuschüsse zu Investitionen in neue Netze handelt: Bereits im November war ein Brief der Tennet-Geschäftsführung an das Bundeskanzleramt bekannt geworden, in dem vor "massiven Problemen bei der Beschaffung des notwendigen Kapitals" für die Netzanbindung von Offshore-Windparks gewarnt wurde: Wer den Brief in die Öffentlichkeit lanciert hatte, blieb unklar - die einzigen, die daran ein offenkundiges Interesse haben mussten, war Tennet selbst.

Die Bundesnetzagentur hatte im August verschiedene alte fossile Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von etwa 1.000 Megawatt zur Kaltreserve erklärt. Zuvor war im Gespräch gewesen, ein Atomkraftwerk als Reserve vorzuhalten, die Netzagentur hielt dies aber für nicht notwendig. Um zusätzliche Notfallkapazitäten bereitzuhalten, hatte die Netzagentur weitere 1.000 Megawatt bei österreichischen Stromanbietern reserviert.

klimaretter.info/hb/mare

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