Solar Millennium pleite

Die Erlanger Solar Millennium AG hat am Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht Fürth Insolvenzantrag gestellt. Das teilte das Unternehmen am Nachmittag mit. Solar Millennium galt als einer der Pioniere bei den zukunftsträchtigen Parabolrinnen-Solarkraftwerken, hatte zuletzt aber reihenweise schlechte Nachrichten vermeldet. "Vorstand und Aufsichtsrat bedauern diese Entwicklung sehr", so die Firmenmitteilung. "Im Bemühen, für Aktionäre und Gläubiger vorhandene Werte zu erhalten, sahen sich die Organe der Gesellschaft zu diesem Schritt gezwungen."


In Andalusien verwirklichte Solar Millennium mehrere Parabolrinnen-Kraftwerke - aber nun ist die Firma offenbar am Ende. (Foto: Solar Millennium)

Erst am Vormittag hatte die Firma den Verkauf eines Publikumsfonds gestoppt, mit dem weitere Projekte in Spanien finanziert werden sollten. Entscheidend waren am Ende offenbar Schwierigkeiten beim Verkauf von Projekten in den USA. Dort hatte Solar Millennium ursprünglich große Hoffnungen auf das Sonnenkraftwerk Blythe in der kalifornischen Wüste gesetzt - es sollte erst auf Parabolrinnentechnologie basieren, man setzte dann aber auf konventionelle Photovoltaik und wollte das Projekt an das Briloner Unternehmen Solarhybrid abgeben. Diese Verhandlungen waren aber vorerst ergebnislos geblieben.

Nachdem die Anwerbung des Ex-EnBW-Boss Utz Claassen als Vorstandschef gescheitert war, kam Solar Millennium nicht mehr aus den Schlagzeilen. Erst im September trat Aufsichtsratschef Hannes Kuhn nach Vorwürfen von Insiderhandels und Untreue zurück.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Berliner Solarpionier Solon Insolvenz angemeldet.

klimaretter.info/alf

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