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"Kühlschränke statt Kraftwerke"


Der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, macht Druck für Energieeffizienz. Damit könnten drohende Stromlücken vermieden werden.

Aus Frankfurt am Main Joachim Wille

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt davor, die Chancen zur Steigerung der Energieeffizienz und Stromeinsparung nicht voll auszunutzen. "Werden die Möglichkeiten der Energieeffizienz genutzt, sind alle Debatten über drohende Stromlücken obsolet", sagte er im Gespräch mit klimaretter.info. Die sukzessive Abschaltung der acht in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke sei dann gut zu bewältigen.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) fotografiert am liebsten immer noch Frauen am Kühlschrank. (Foto: dena).

Flasbarth verweist auf neue Berechnungen aus seinem Amt. Danach kann in Deutschland die Leistung von rund zehn Großkraftwerken eingespart werden, wenn alle die Stromsparmöglichkeiten ausgenutzt werden, also etwa Haushaltsgeräte nach Ende ihrer Lebensdauer durch sparsame Neugeräte ersetzt werden.

Erkennen kann man sie am Effizienzstandard A+++ oder dem Umweltzeichen "Blauer Engel". Geräte wie Waschmaschine oder Kühlschrank werden im Schnitt nach zehn Jahren ausgetauscht. Laut dem Freiburger Öko-Institut beträgt das Strom-Einsparpotenzial im Hausgeräte-Sektor bis zu 37 Prozent, wenn statt der marktüblichen Geräte nur die sparsamen Alternativen genutzt werden.



Und der Mann steht am Pult: UBA-Chef Jochen Flasbarth. (Foto: UBA)

"Die effizienten Geräte sind in der Anschaffung zwar teurer, unter dem Strich sparen sie den Käufern aber Geld, da die Stromkosten deutlich niedriger sind", sagte Flasbarth. Es sei "ein Gewinn für Konto und Klima". Für Haushalte mit geringem Einkommen seien gezielte Programme denkbar, um ihnen den Kauf der sparsamen Geräte zu ermöglichen.

Die EU hatte 2007 beschlossen, den Energieverbrauch bis 2020 um ein Fünftel zu senken, um die Klimaziele erreichen zu können. Auch im Energiekonzept der Bundesregierung findet sich diese Festlegung. Erreicht wird die dazu nötige jährliche Effizienzerhöhung in Haushalten, Industrie und im Gebäudebereich bisher nicht, obwohl die Einsparung meist billiger ist als andere Möglichkeiten der  CO2-Minderung. Flasbarth sagte: "Wir können das deutsche Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu verringern, nur schaffen, wenn wir die erneuerbaren Energien ausbauern und gleichzeitig spürbar mehr Energie sparen."

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