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"Geschenke für Netzbetreiber"

Verbraucherverbände kritisieren den Beschluss der Bundesnetzagentur, den Renditesatz für Strom -und Gasnetze nur um 0,24 statt 1,09 Prozent zu senken. Kampagne der Netzbetreiber erweist sich als erfolgreich.

Von Martin Reeh

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Rendite für die Betreiber von Strom- und Gasnetzen nur um 0,24 Prozent zu senken, ist bei Verbraucherverbänden auf heftige Kritik gestoßen. "Es ist unerträglich, mit welcher Dreistigkeit die Netzbetreiber ihre Rendite auf Kosten von Netznutzern und Verbrauchern erhöhen wollen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter (bne), Robert Busch.


Der Neubau kann beginnen - dank neunprozentiger Renditen. (Fotos: TenneT)

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hatte angesichts der gesunkenen Zinsen auf den Kapitalmärkten ursprünglich einen Zinssatz von 8,2 statt wie bisher 9,29 Prozent angekündigt. Heute gab Kurth die Kehrtwende offiziell bekannt: Der Netzagentur-Präsident beugt sich damit der Argumentation der Netzbetreiber, gemäß der der geringe Zinssatz nicht ausreicht, Investoren für den Ausbau der Netze zu gewinnen. Dieser gilt als Voraussetzung für ein Gelingen der Energiewende, etwa um Offshore-Wind von der Nordsee nach Süddeutschland zu transportieren.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte auch die Entscheidungsfindung der Bundesnetzagentur: "Es geht nicht an, dass am Ende die Netzagentur allein mit den Netzbetreibern verhandelt, aber diejenigen, die das Ergebnis bezahlen müssen, außen vor bleiben", so der Energieexperte Holger Krawinkel. Bei staatlichen Netzbetreibern in Skandinavien läge die Rendite nur bei sechs Prozent. In Deutschland gehören die Übertragungsnetze privaten Unternehmen.

Die jetzt entstehenden Kosten werden auf die Verbraucher umgelegt. Nach einer Schätzung des bne kommen auf diese eine Mehrbelastung von drei Milliarden Euro zu. bne-Geschäftsführer Busch hält eine Rendite von 7,53 Prozent für "vollkommen ausreichend und durchaus auskömmlich für den wirtschaftlichen Betrieb eines Strom- oder Gasnetzes".

Bundesnetzagentur-Chef Kurth sagte dagegen dem Handelsblatt, der Vorwurf, "in Deutschland seien Investitionen in Netze nicht attraktiv, sollte nun endgültig vom Tisch sein". Man habe es sich mit der Entscheidung nicht leichtgemacht. In den vergangenen Wochen habe es einen "hilfereichen und spannenden" Konsultationsprozess mit 130 Stellungnahmen gegeben.


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