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Weltgrößter Solarpark geht ans Netz

78 Megawatt wurde auf einer ehemaligen Tagebaufläche neu installiert, 88 Megawatt liefern schon Strom: Im Süden Brandenburgs ist seit heute nahe Senftenberg ein neuer Rekord am Netz. Das Land besitzt damit insgesamt einen Solarpark von 788 Megawatt. Knackpunkt für den weiteren Ausbau sind die Stromnetze, die für 2 Milliarden Euro verlängert werden müssen.  
Aus Beeskow Nick Reimer

Die Berliner Saferay GmbH nimmt heute auf der ehemaligen Tagebaufläche Meuro bei Senftenberg eine der größten Photovoltaikanlage Deutschlands in Betrieb. Auf 200 Hektar Fläche wurden 330.000 Solarmodule mit einer Leistung von 78 Megawatt installiert. Damit wird die Gegend zum - nach Firmenangaben - weltgrößte Photovoltaikkomplex am Netz: Direkt neben der Neu-Anlage erzeugen bereits zwei weitere Solarparks Strom. Die installierte Gesamt-Leistung addiert sich auf 166 Megawatt, rund 25.000 Haushalte können durch die Anlagen versorgt werden.


Das riesige Solarkraftwerk bei Meuro ist ein Bild des "Energielandes Brandenburg"...

Sogar Matthias Platzeck (SPD), Brandenburgs "Braunkohlefürst" hat sich zur Netzfreischaltung angesagt: Der ehemalige Grünen-Liga-Mitbegründer ist heute Ministerpräsident und will von seinem einstigen Kampf gegen die Braunkohleverstromung zu DDR-Zeiten nichts mehr wissen. Eigentlich ein Fall für den Klima-Lügendetektor, aber der ist derzeit abgeschalten.

Im Nordosten Berlins errichtet die Firma Solarhybrid AG in der Mark Brandenburg ein 84,5 Megawatt-Kraftwerk auf einem ehemaligen Militärflughafen in Finowfurt (Barnim). Die Leistung von 60,2 Megawatt ist bereits installiert. Die Firma GP Joule hatte im August ebenfalls in Meuro (Oberspreewald-Lausitz) den bislang größten deutschen Solarpark auf 152 Hektar mit einer Leistung von 70 Megawatt ans Netz geschaltet. Ein weiterer großer Solarpark in der Mark steht in der Lieberoser Heide in Südbrandenburg (53 Megawatt).

Bis 2020 sind 2 Milliarden Euro für den Netzausbau notwendig

Bis zum Herbst soll außerdem in Fürstenwalde (Oder-Spree) ein Sonnen-Kraftwerk mit einer Nennleistung von 40 Megawatt entstehen. In Alt Daber bei Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) war im Juni der Baubeginn für ein Dünnschicht-Solarkraftwerk mit einer Leistung von 71 Megawatt. Nach Angaben des brandenburger Wirtschaftsministeriums sind aktuell im Land Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 788 Megawatt installiert. In ihrer Energiestrategie will die rot-rote Landesregierung den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch bis 2020 auf 20 Prozent verdreifachen.

Um den Grünstrom transportiert zu bekommen, müssen Brandenburgs Stromnetze nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums in erheblichem Umfang ausgebaut werden. Eine Netzstudie kam zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2020 im Hochspannungsnetz etwa 600 Kilometer neue Leitungen notwendig sind. Im 110-Kilovolt-Verteilernetz müssen demnach auf 1.500 Kilometern neue Trassen errichtet werden. Die hierfür notwendigen Investitionen belaufen sich auf zwei Milliarden Euro.

Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Die Linke): "Diese Größenordnung ist notwendig, wenn wir die Erneuerbaren Energien  zu einer tragenden Säule im Energiemix entwickeln wollen". Die größten Zuwachsraten bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien seien in Brandenburg bei der Windenergie und der Photovoltaik zu erwarten. Mit einer installierten Winkraftleistung von 4.459,48 Megawatt (Stand: 30. Juni dieses Jahres) besitzt Brandenburg nach Niedersachsen die meisten Windräder Deutschlands.


... die Braunkohleverstromung die andere. (Fotos: Saferay, Hanno Böck)

Allein mit dieser Windkraftleistung könnte Brandenburg 46,18 Prozent seines Netto-Strom-Verbrauches decken - Platz 2 hinter Sachsen-Anhalt, die es auf 47,21 Prozent bringen. Trotzdem sind die Brandenburger Deutschlands Klimasünder Nr. 1: Wegen der vielen Braunkohlekraftwerke in der Lausitz ist jeder Brandenburger - statistisch gesehen - für 26 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verantwortlich.

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