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Konkurrenz um Erdgasfelder in NRW

Harte Konkurrenz: Bei dem Run auf unkonventionelle Erdgasvorkommen in Nordrhein-Westfalen gibt es für viele Gebiete schon mehrere interessierte Unternehmen. Sollten sich die Bewerber nicht untereinander einigen, müsste die zuständige Bezirksregierung entscheiden. Bürger befürchten Umwelt- und Gesundheitsschäden durch die Fördermethode des "Frackings". In Niedersachsen kam es offenbar bereits zu einem Unfall, bei dem Trinkwasser verseucht wurde.

Von Felix Werdermann

Wenn es um große Gewinne geht, sind viele Unternehmen schnell dabei, ihr Gebiet abzustecken. In Nordrhein-Westfalen (NRW) kommt es nun offenbar zu einem Konkurrenzkampf um die besten Felder unkonventionellen Erdgases. Wie die zuständige Bezirksregierung Arnsberg mitteilte, liegen ihr neun bislang noch nicht entschiedene Anträge auf eine sogenannte Aufsuchungserlaubnis vor. Bei sechs von ihnen gebe es mehrere Wettbewerber um ähnliche Felder.


Bohrungen nach unkonventionellen Gasvorkommen verschmutzen die Umwelt. (Foto: Energy Watch Group)

Unter der Erde von NRW könnte das zweitgrößte Erdgasvorkommen Europas liegen. Allerdings kann das in Schieferstein gebundene Gas nicht einfach angebohrt und gefördert werden - im Gegensatz zu konventionellen Gasvorräten. Die Gesteinsformationen müssen daher erst durch sogenanntes "Fracking" zerstört werden, um ein Herausströmen des Gases zu ermöglichen. Dabei werden Chemikalien in den Boden gepumpt und anschließend Sprengungen durchgeführt.

Weil dabei Methan entweichen kann, könnte die Klimabilanz von unkonventionellem Gas schlechter als die von Kohle sein. Bürger befürchten zudem Umwelt- und Gesundheitsschäden. Laut einem Bericht der ARD-Sendgung Panorama ist es in Niedersachsen auf einem Erdgasfeld vom US-Konzern ExxonMobile zu einem Unfall gekommen, bei dem Trinkwasser mit Benzol verseucht wurde. 

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte versprochen, dass im ersten Halbjahr 2011 keine Genehmigung für Probebohrungen erteilt würden. Bis heute liegt aber auch erst ein Antrag vor: ExxonMobil möchte in Nordwalde (Kreis Steinfurt) den Untergrund erforschen. In den kommenden Jahren will das Unternehmen für die Erkundung in NRW einen dreistelligen Millionenbetrag ausgeben. Die Erlaubnis einer Testbohrung ist der zweite Schritt nach einer Aufsuchungserlaubnis. Für die kommerzielle Förderung des Erdgases ist wiederum eine Erlaubnis nötig.

Mehrere Wettbewerber

Die Erdgasfelder werden zumindest schon einmal abgesteckt: 20 Aufsuchungserlaubnisse wurden von der Bezirksregierung bereits erteilt, neun weitere Anträge liegen derzeit vor. Zwei befänden sich bereits im Beteiligungsverfahren, bei einem fehlten noch Unterlagen, teilte die Behörde mit. Bei den übrigen sechs Anträgen gibt es mehrere Wettbewerber.


Die Bezirksregierung hat eine Übersichtskarte veröffentlicht, auf der die beantragten Aufsuchungsfelder eingetragen sind. (Bild: Bezirksregierung Arnsberg)

In Marl/Recklinghausen konkurrieren die Steag-Tochter Mingas-Power und das Unternehmen Composite-Energy Limited aus Schottland. Auch in Haltern/Dorsten, nur wenige Kilometer entfernt, treffen die beiden Konkurrenten aufeinander. In Kamen/Bönen streitet sich Flözgas Münsterland Süd mit einem Konsortium, an dem unter anderem die Stadtwerke Hamm beteiligt sind.

Nach Angaben der Bezirksregierung Arnsberg versuchten die Unternehmen bereits seit längerem eine einvernehmliche Lösung zu finden. Sollte es nicht dazu kommen, müsste die Bezirksregierung entscheiden.

Bürgerproteste vorprogrammiert

Dann könnte es auch in anderen Städten zu Bürgerprotesten kommen wie in Nordwalde, wo ExxonMobile Probebohrungen durchführen möchte. Bei einer öffentlichen Diskussionsrunde, an der auch ein Unternehmenssprecher teilgenommen hatte, stand am Ende das Fazit des Moderators: "Näher gekommen sind wir uns heute Abend hier nicht."

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