China stillt seinen Ölhunger - in Russland
Am Samstag wurde die erste Öl-Pipeline von Russland nach China in Betrieb genommen. 2015 soll eine Gas-Pipeline folgen. Auch aus Kasachstan kommt Gas nach China.
Von Johanna Treblin
Russland liefert erstmals über eine Pipeline Öl nach China. Am Samstag wurde die 2.757 Kilometer lange Eastern Siberia–Pacific Ocean-Pipeline in Betrieb genommen. Russland – der größte Ölexporteur der Welt – will sich damit den boomenden chinesischen Markt sichern.

Russland, der weltgrößte Ölexporteur, fördert Öl unter anderem nahe der Sakhalin-Insel ganz im Osten des Landes. (Foto: Rosneft)
Insgesamt soll die Eastern Siberia–Pacific Ocean oil pipeline (ESPO) auf eine Länge von 4.857 Kilometern ausgebaut werden und von Taischet in Sibirien über Skoworodino nach Daqing im Nordosten Chinas führen. In den kommenden 20 Jahren sollen jährlich 15 Millionen Tonnen Öl nach China gepumpt werden. Am Projekt beteiligt sind das größte chinesische Ölunternehmen PetroChina, der größte russische Ölkonzern Rosneft und der russische Pipeline-Betreiber Transneft. Die russischen Unternehmen sollen dafür von China einen Kredit von 25 Milliarden US-Dollar gewährt bekommen.
Yao Wei, Geschäftsführer des PetroChina Pipeline Branch (PBPC) sprach bei der Eröffnung der Pipeline am Samstag laut Tagesschau von einem "Beginn einer neuen Phase" in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Die Leitung werde zudem die Energieversorung Chinas verbessern. Auch bisher belieferte Russland China mit Öl – pro Jahr wurden neun Millionen Tonnen Öl per Bahn transportiert.

Die Präsidenten Russlands und Chinas, Dmitry Medvedev und Hu Jintao, besiegeln binationale Partnerschaft. (Foto: www.kremlin.ru)
2010 hat Russland nach Angaben des Energieministeriums den eigenen Rekord bei der Ölförderung gebrochen. Die Produktion ist demnach um 2,2 Prozent auf 10,145 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Dies soll der höchste Stand seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sein.
Ab 2015 will Russland auch Gas nach China liefern. Im September schloss der russische Energiekonzern Gazprom ein entsprechendes Abkommen mit China: 30 Jahre lang sollen jedes Jahr 30 Milliarden Kubikmeter Gas geliefert werden.
Auch mit Kasachstan hat China eine Vereinbarung über die Lieferung von Gas getroffen. Im Dezember wurde bereits mit dem zweiten Bauabschnitt einer Pipeline begonnen, um den Westen Kasachstans mit der Central Asia Gas Pipeline zu verbinden. Mit der neuen 1.475 Kilometer langen Pipeline soll China Zugang zum Erdgas aus dem kasachischen Aktobe-Gasfeld erhalten. Anfangs sollen zehn Milliarden Kubikmeter Gas transportiert werden, später könnte die Kapazität auf 15 Milliarden Kubikmeter erhöht werden.
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