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Solarförderung sinkt weiter

Aufgrund des großen Zubaus von Solarstromanlagen sinkt die Förderung um 13 Prozent. Debatte um weitere Senkungen angesichts steigender Ökostromkosten für Stromkunden beginnt.

Von Martin Reeh

Die Solarförderung in Deutschland wird weiter sinken. Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur gingen 2010 bis Ende August 4.880 Megawatt Solarstrom neu ans Netz, davon alleine in den Monaten Juni, Juli und August Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.150 Megawatt. Dies reicht gemäß den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für die maximale Absenkung der Vergütungssätze um 13 Prozent im Januar 2011 aus.

Laut EEG gelten die Monate Juni bis September als Referenzzeitraum zur Berechnung der Absenkung der Photovoltaik-Einspeisevergütung im Folgejahr. Überschreitet die Summe der zugebauten Leistung in diesen vier Monaten den Wert von 2.167 Megawatt, erreicht die Degression ihr Maximum von 13 Prozent.

Bruchwegstadion
Tabellenführer im Bruchwegstadion dank Solarförderung? Der Solarstrom lohnt sich auch für den FSV Mainz 05 - bald soll weiter gekürzt werden. (Foto: juwi)

Eine Diskussion über darüber hinaus gehende Absenkungen im EEG steht der Branche schon in den kommenden Wochen ins Haus. Am 15. Oktober wollen die Stromnetzbetreiber bekannt geben, wie hoch die Ökostromabgabe für die Verbraucher im Jahr 2011 sein wird. In diesem Jahr liegt diese bei zwei Cent pro Kilowattstunde plus Mehrwertsteuer. Nach Informationen der Berliner Zeitung soll die Abgabe 2011 auf 3,2 bis 3,5 Cent pro Kilowattstunde steigen. Auf einen Drei-Personen-Haushalt kämen damit jährliche Mehrkosten in Höhe von 60 Euro zu, die Gesamtbelastung durch Ökostrom läge damit bei 145 Euro jährlich.

Verantwortlich für den Anstieg ist vor allem der enorme Zubau von Solaranlagen. Neu errichtete kleine Solaranlagen erhalten derzeit 33 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde Strom, Windkraftanlagen dagegen nur acht Cent, Offshore-Anlagen 15 Cent. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) forderte gegenüber der Berliner Zeitung bereits weitere Kürzungen für Solarstrom: "Die enorme Zahl neuer Anlagen muss gebremst werden. Schon jetzt sind die Solar-Kosten eine erhebliche Belastung für den Wirtschaftsstandort Deutschland", so Manuel Frondel, Leiter des Bereichs "Umwelt und Ressourcen" des RWI. Das mit dem Energiekonzern RWE personell verflochtene Institut hatte sich bereits in der Vergangenheit als grundsätzlicher Kritiker des EEG profiliert. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sprach sich für weitere Kürzungen bei der Photovoltaik aus.

Im Vorfeld der Bekanntgabe der neuen Ökostromabgabezahlen hatte sich in den letzten Wochen auch die Branche der Erneuerbaren zerstritten. Hintergrund ist die Ausarbeitung eines neuen EEG durch das Bundesumweltministerium - die Fristen des aktuellen laufen Ende 2012 aus. In der Windkraftbranche befürchten viele, dass die hohen Ökostromabgaben von CDU und FDP genutzt werden, um die gesamten Erneuerbaren Energien zurechtzustutzen. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie, hatte sich daher bereits im September für weitere Kürzungen bei der Photovoltaik ausgesprochen: "Die Solarwirtschaft muss der Politik glaubwürdig kommunizieren, wie stark sie ihre Kosten in Zukunft senken kann", sagte er der Financial Times Deutschland. Der Bundesverband Solarwirtschaft will auf den wachsenden Druck mit eigenen Vorstellungen zur Kostenreduzierung reagieren.

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