Auszeichnungen Nominiert für den Grimme Online Award in der Kategorie Information .info Award 2010 Gewinner des Deutschen Solarpreises 2009 Umwelt-Medienpreis 2008
Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Atomsteuer? Kein Problem, siehe Schweden!

Schwarz-Gelb will im Rahmen seines "Sparpakets" eine Steuer auf Akw-Brennelemente. Die Atomlobby zetert: Geht nicht! Doch in Schweden gibt es seit langem eine ähnliche Abgabe. Und nicht nur dort.

Aus Stockholm Reinhard Wolff

Zeter und Mordio riefen die deutschen Akw-Betreiber, als Schwarz-Gelb vor ein paar Wochen eine Brennelementesteuer beschloss. Eine solche Atomabgabe sei diskriminierend und verstoße gegen EU-Recht, hieß es - doch das EU-Land Schweden hat eine vergleichbare Steuer. Seit zehn Jahren schon. Im Parlament in Stockholm gibt es eine breite Mehrheit dafür. Und auch die Stromkonzerne haben sich inzwischen mit ihr abgefunden.

 akw_kruemmel
Auch das Akw Krümmel soll nach den Plänen der Bundesregierung bald Steuern zahlen - doch Betreiber Vattenfall ist dagegen. In seiner Heimat Schweden aber hat er sich an entsprechende Abgaben gewöhnt

Bislang ist die "Kärnkraftskatt" (zu deutsch: "Kernkraftsteuer") EU-weit einmalig. Eingeführt wurde sie als Produktionssteuer schon in den 1980-er Jahren. Im Jahr 2000 baute sie die damalige sozialdemokratische Regierung um: Nicht mehr die Stromproduktion wurde fortan besteuert, sondern die technischen Leistung der Reaktoren. Seither wird die technisch höchstzulässige thermische Leistung des jeweiligen Atomreaktors als Basis für die Abgabe herangezogen. Wieviel Strom ein Akw tatsächlich produziert, interessiert nicht. Lediglich für zusammenhängende Stillstandszeiten von mehr als 90 Tagen gibt es einen Steuerrabatt.

Zum 1. Januar 2008 wurde – unter der jetzigen konservativ-liberalen Regierung – die Akw-Steuer um 24 Prozent erhöht. Sie beläuft sich derzeit auf 12.648 Kronen (umgerechnet etwa 1.270 Euro) pro Megawatt thermischer Leistung. Das ergab beispielsweise für das Jahr 2008 ein Steueraufkommen von 3,97 Milliarden Kronen, umgerechnet rund 400 Millionen Euro. Was übrigens etwa den Einnahmen des schwedischen Fiskus aus der Kfz-Steuer entsprach.

Nach Angaben des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall, dessen deutsche Tochter hierzulande die Brennelementesteuer ablehnt, macht die Akw-Steuer etwa ein Drittel der Herstellungskosten für schwedischen Atomstrom aus. Unabhängige Berechnungen halten das für übertrieben - sie schätzen, dass 5,5 Öre der Gestehungskosten von rund 20 Öre (umgerechnet ca. 2 Cent) auf der Steuer beruhen.

Die schwedische Atomlobby beklagte sich in Brüssel über die Steuer - ohne Erfolg

Als die Steuerpläne der Regierung Merkel bekanntwurden, drohten die hiesigen Stromriesen mit einer Klage - die Brennelementesteuer verstoße gegen EU-Recht, so die Behauptung. Ähnliches versuchte die Atomlobby in Schweden. Vergeblich. Vor sechs Jahren hatte sich der liberale schwedische Europaparlamentarier Olle Schmidt zu ihrem Sprecher gemacht und sich bei der EU-Kommission beklagt, die schwedische Akw-Steuer diskriminiere gleich doppelt. Zum einen sei sie ein Nachteil gegenüber anderen schwedischen Stromproduktions-Technologien. Zum anderen stelle sie auch einen Konkurrenznachteil schwedischer Atomstromproduzenten gegenüber jenen etwa in Finnland oder Deutschland dar, die solche Steuer nicht zahlen müssten. Der Wettbewerb bei der Stromproduktion im Binnenmarkt werde also verfälscht, außerdem die europäische Strommarktliberalisierung und der grenzüberschreitende Stromhandel behindert.

Die Anfrage wurde abgeschmettert. Die EU-Energiesteuerrichtlinie 2003/96/EG, auf die sich die Konzerne beriefen, solle zwar das europäische Steuerniveau harmonisieren - aber gewissermaßen nur nach unten. Die Vorschrift lege lediglich ein Minimum für die Besteuerung von Energieprodukten fest, heißt es in der Antwort der damaligen Energiekommissarin Loyola de Palacio vom 23. März 2004: Jedes Mitgliedsland habe darüberhinaus die Freiheit höhere Steuern festzulegen. Das Gemeinschaftsrecht „verbietet auch keine umgekehrte Diskriminierung“ und mische sich nicht in die steuerliche Belastung einzelner Energiequellen durch die Mitgliedsländer ein.

biblis_greenpeace_storz
"Abschöpfung wirtschaftlicher Privilegien" - zum Beispiel beim Akw Biblis (Fotos: Greenpeace)

Ähnlich argumentiert in Deutschland auch das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Es hat verschiedene Varianten einer Atomkraft-Steuer vorgeschlagen, im Auftrag von Greenpeace erstellten die Wissenschaftlicher kürzlich sogar ein detailliertes Konzept. Ziel müsse eine "wenigstens partielle Abschöpfung wirtschaftlicher Privilegien der Kernenergie" sein, die "bereits jahrzehntelang von diversen staatlichen Regelungen begünstigt wird", so das FÖS. Nicht nur auf das schwedische Beispiel verweisen die Experten bei ihrer Machbarkeitseinschätzung: Auch in den Niederlanden habe es von 1997 bis 2000 eine Brennstoffsteuer gegeben, in Belgien gebe einen Parlamentsbeschluss zur Einführung einer solchen. Außerhalb der EU existiere beispielsweise in den japanischen Provinzen Fukushima und Ishikawa lokale Abgaben (umgerechnet ca. 86 Euro pro Kilogramm Kernbrennstoff).

Die kommende Wahl in Schweden könnte eine weitere Erhöhung der Atomsteuer nach sich ziehen

Nach einem möglichen Wahlsieg der rot-rot-grünen Regierungsalternative im September könnte die AKW-Steuer erneut erhöht werden. Die Grünen sehen neben verschärften Sicherheitsbestimmungen und Auflagen für die Reaktorbetreiber, das Risiko ihrer Anlagen vollumfänglich versichern zu müssen, eine kräftig erhöhte „Kärnkraftskatt“ als einen Hebel für einen Atomkraftausstieg an. Im rot-rot-grünen Regierungsprogramm wird angekündigt, man wolle die Einnahmen aus der Steuer 2011 um rund eine Milliarde Kronen, also rund ein Viertel steigern.

Mitarbeit: Toralf Staud

Brennelementesteuer, schwed. AKW-Steuer

 

 

                   KOMMISSION: ATOMSTROMDISKRIMINIERUNG? JA BITTE!

 

                  So etwas wie die Brennelementesteuer gibt es schon: In Schweden eine

        Effeksteuer auf die thermische Leistung der Reaktoren. Und Brüssel hat daran

                                                 nichts auszusetzen.

 

STOCKHOLM

 

Die Brennelementesteuer, in Deutschland umstritten: Im EU-Land Schweden gibt es eine vergleichbare AKW-Steuer seit 10 Jahren. Im Parlament gibt es eine blockübergreifende Mehrheit dafür und die Stromkonzerne haben mittlerweile ihren Frieden mit ihr gemacht.

 

In dieser Form zumindest innerhalb der EU bislang noch einmalig, war die „Kärnkraftskatt“, „Kernkraftsteuer“ als Produktionssteuer schon in den 1980er Jahren eingeführt worden. Im Jahr 2000 wurde sie unter einer sozialdemokratischen Regierung dann von einer Besteuerung der Produktion zu einer Besteuerung der technischen Leistung der Reaktoren umgebaut. Seither wird die technisch höchstzulässige thermische Leistung jedes Atomreaktors besteuert. Wieviel Strom ein Reaktor tatsächlich produziert, interessiert nicht. Lediglich für zusammenhängende Stillstandszeiten von mehr als 90 Tagen gibt es einen Steuerrabatt.

 

Zum 1. Januar 2008 wurde – unter der jetzigen konservativ-liberalen Regierung – die AKW-Steuer um 24 Prozent erhöht und beläuft sich jetzt auf 12.648 Kronen (umgerechnet ca. 1270 Euro) pro Megawatt thermischer Leistung. Das ergab beispielsweise für das Jahr 2008 ein Steueraufkommen von 3,97 Milliarden Kronen, rund 400 Millionen Euro. Was vergleichsweise in etwa den Einnahmen des schwedischen Fiskus aus der Kfz-Steuer entsprach.

 

Vattenfall-Schweden gibt den Anteil der AKW-Steuer an den Herstellungskosten für den Atomstrom in seinen Reaktoren mit etwa einem Drittel an. Unabhängige Berechnungen schätzen, dass 5,5 Öre der Atomstromproduktionskosten von rund 20 Öre (ca 2 Cent) auf dieser Steuer beruhen.

 

Mit dem Bemühen, die AKW-Steuer als Verstoss gegen EU-Gemeinschaftsrecht eingestuft zu bekommen, scheiterten die Stromkonzerne. Vor sechs Jahren hatte sich der liberale schwedische Europaparlamentarier Olle Schmidt zu ihrem Sprecher gemacht und sich bei der EU-Kommission beklagt, die schwedische AKW-Steuer diskriminiere gleich doppelt. Zum einen schwedische Atomstromproduktion gegenüber anderer einheimischer Stromproduktion. Zum anderen stelle sie aber auch einen Konkurrenznachteil schwedischer Atomstromproduzenten gegenüber denen aus beispielsweise Finnland oder Deutschland dar, die solche Steuer nicht zahlen müssten. Das verfälsche den Wettbewerb bei der Stromproduktion im Binnenmarkt, behindere die Umsetzung der Strommarktliberalisierung  und erschwere den grenzüberschreitenden Stromhandel.

 

Die Anfrage wurde abgeschmettert. Die EU-Energiesteuerrichtlinie 2003/96/EG lege nur ein Minimumniveau für die Besteuerung von Energieprodukten fest, heisst es in der Antwort der damaligen Energiekommissarin Loyola de Palacio vom 23. März 2004: Jedes Mitgliedsland habe die Freiheit höhere Steuern festzulegen, das Gemeinschaftsrecht „verbietet auch keine umgekehrte Diskriminierung“ und mische sich nicht in die steuerliche Belastung einzelner Energiequellen durch die Mitgliedsländer ein.

 

Nach einem möglichen Wahlsieg der rot-rot-grünen Regierungsalternative im September könnte die AKW-Steuer erneut erhöht werden. Die Grünen sehen neben verschärften Sicherheitsbestimmungen und Auflagen für die Reaktorbetreiber, das Risiko ihrer Anlagen vollumfänglich versichern zu müssen, eine kräftig erhöhte „Kärnkraftskatt“ als einen Hebel für einen Atomkraftausstieg an. Im rot-rot-grünen Regierungsprogramm wird angekündigt, man wolle die Einnahmen aus der Steuer 2011 um rund eine Milliarde Kronen, also rund ein Viertel steigern.  

 

Reinhard Wolff – (29.06.2010)

Brennelementesteuer, schwed. AKW-Steuer

KOMMISSION: ATOMSTROMDISKRIMINIERUNG? JA BITTE!

So etwas wie die Brennelementesteuer gibt es schon: In Schweden eine

Effeksteuer auf die thermische Leistung der Reaktoren. Und Brüssel hat daran

nichts auszusetzen.

STOCKHOLM

Die Brennelementesteuer, in Deutschland umstritten: Im EU-Land Schweden gibt es eine vergleichbare AKW-Steuer seit 10 Jahren. Im Parlament gibt es eine blockübergreifende Mehrheit dafür und die Stromkonzerne haben mittlerweile ihren Frieden mit ihr gemacht.

 

In dieser Form zumindest innerhalb der EU bislang noch einmalig, war die „Kärnkraftskatt“, „Kernkraftsteuer“ als Produktionssteuer schon in den 1980er Jahren eingeführt worden. Im Jahr 2000 wurde sie unter einer sozialdemokratischen Regierung dann von einer Besteuerung der Produktion zu einer Besteuerung der technischen Leistung der Reaktoren umgebaut. Seither wird die technisch höchstzulässige thermische Leistung jedes Atomreaktors besteuert. Wieviel Strom ein Reaktor tatsächlich produziert, interessiert nicht. Lediglich für zusammenhängende Stillstandszeiten von mehr als 90 Tagen gibt es einen Steuerrabatt.

 

Zum 1. Januar 2008 wurde – unter der jetzigen konservativ-liberalen Regierung – die AKW-Steuer um 24 Prozent erhöht und beläuft sich jetzt auf 12.648 Kronen (umgerechnet ca. 1270 Euro) pro Megawatt thermischer Leistung. Das ergab beispielsweise für das Jahr 2008 ein Steueraufkommen von 3,97 Milliarden Kronen, rund 400 Millionen Euro. Was vergleichsweise in etwa den Einnahmen des schwedischen Fiskus aus der Kfz-Steuer entsprach.

 

Vattenfall-Schweden gibt den Anteil der AKW-Steuer an den Herstellungskosten für den Atomstrom in seinen Reaktoren mit etwa einem Drittel an. Unabhängige Berechnungen schätzen, dass 5,5 Öre der Atomstromproduktionskosten von rund 20 Öre (ca 2 Cent) auf dieser Steuer beruhen.

 

Mit dem Bemühen, die AKW-Steuer als Verstoss gegen EU-Gemeinschaftsrecht eingestuft zu bekommen, scheiterten die Stromkonzerne. Vor sechs Jahren hatte sich der liberale schwedische Europaparlamentarier Olle Schmidt zu ihrem Sprecher gemacht und sich bei der EU-Kommission beklagt, die schwedische AKW-Steuer diskriminiere gleich doppelt. Zum einen schwedische Atomstromproduktion gegenüber anderer einheimischer Stromproduktion. Zum anderen stelle sie aber auch einen Konkurrenznachteil schwedischer Atomstromproduzenten gegenüber denen aus beispielsweise Finnland oder Deutschland dar, die solche Steuer nicht zahlen müssten. Das verfälsche den Wettbewerb bei der Stromproduktion im Binnenmarkt, behindere die Umsetzung der Strommarktliberalisierung  und erschwere den grenzüberschreitenden Stromhandel.

 

Die Anfrage wurde abgeschmettert. Die EU-Energiesteuerrichtlinie 2003/96/EG lege nur ein Minimumniveau für die Besteuerung von Energieprodukten fest, heisst es in der Antwort der damaligen Energiekommissarin Loyola de Palacio vom 23. März 2004: Jedes Mitgliedsland habe die Freiheit höhere Steuern festzulegen, das Gemeinschaftsrecht „verbietet auch keine umgekehrte Diskriminierung“ und mische sich nicht in die steuerliche Belastung einzelner Energiequellen durch die Mitgliedsländer ein.

 

Nach einem möglichen Wahlsieg der rot-rot-grünen Regierungsalternative im September könnte die AKW-Steuer erneut erhöht werden. Die Grünen sehen neben verschärften Sicherheitsbestimmungen und Auflagen für die Reaktorbetreiber, das Risiko ihrer Anlagen vollumfänglich versichern zu müssen, eine kräftig erhöhte „Kärnkraftskatt“ als einen Hebel für einen Atomkraftausstieg an. Im rot-rot-grünen Regierungsprogramm wird angekündigt, man wolle die Einnahmen aus der Steuer 2011 um rund eine Milliarde Kronen, also rund ein Viertel steigern.

 

Reinhard Wolff – (29.06.2010)


comments powered by Disqus
Diesen Text mit einem Klick honorieren:    [Erklärung]

Übrigens: Guter Journalismus kostet...

Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.

Spendenkonto

Spendenkonto
 

Werbung

Das könnte Sie auch interessieren:

Freitag, 07. Januar 2011, 16:11 Uhr
"Wir haben da gut verdient"
Satter Profit durch Nichtstun und Produktionsdrosselung: Der Energiekonzern Vattenfall stellte in Schweden zu Zeiten hoher Energie-Nachfrage seine Atomkraftwerke ab - und macht durch die Verknappung Strom teurer und satte Extragewinne.
Aus Stockholm Reinhard Wolff
[mehr...]
Donnerstag, 09. Dezember 2010, 17:48 Uhr
Atom-Laufzeiten bescheren schlechte Noten
Brasilien führt in Sachen Klimaschutz auch in diesem Jahr, Deutschland hält sich auf Platz sieben. Auf dem Klimagipfel in Cancún haben Germanwatch und CAN Europe den Klimaschutz-Index vorgestellt.
Von Johanna Treblin [mehr...]
Dienstag, 15. November 2011, 15:50 Uhr
Das AKW der Vergesslichen
Ein vergessener Staubsauger verursacht einen Brand im Atomkraftwerk Ringhals. Und Schäden in Millionenhöhe. Es ist nicht die erste Panne in dem südschwedischen Reaktor. Schon seit 2009 steht die Anlage unter "verschärfter Aufsicht". Jetzt droht Vattenfall der Entzug der Betriebserlaubnis.
Aus Stockholm Reinhard Wolff
[mehr...]
Freitag, 10. September 2010, 09:16 Uhr
Eckpunkte eines "schmutzigen Deals"
Atomkonzerne werden in der Vereinbarung zwischen den AKW-Betreibern und der Bundesregierung gut abgesichert. Zulasten des Fonds für Erneuerbare Energien: Die Beiträge sind auch an Kosten zur Sicherheitsnachrüstungen und die Brennelementesteuer gekoppelt. Opposition und Umweltschützer kritisieren einen "schmutzigen Deal",Transparency International sieht demokratische Grundregeln in Frage gestellt.
Von Sarah Messina
[mehr...]
Mittwoch, 20. Oktober 2010, 15:00 Uhr
Mehr Atomstrom für Schweden
forsmark-vattenfallSchwedens Atomkraftwerke sollen zu mehr als 40 Prozent ausgelastet werden, um die Strompreise gering zu halten [mehr...]
Montag, 26. September 2011, 14:35 Uhr
Schweden schaltet Ringhals-Blöcke ab
Schwedens Atomkontrollbehörde stellt nach Schlampereien das größte AKW des Landes ab. Die Betreiber Vattenfall und Eon hatten Abfall in den Rohren des Notkühlsystems zwanzig Jahre lang nicht entdeckt. Damit sind nur noch drei von zehn schwedischen Atomkraftwerken mit voller Leistung am Netz. Greenpeace protestiert gegen den angeblich "sichersten Reaktor".
Aus Stockholm Reinhard Wolff [mehr...]
Mittwoch, 18. August 2010, 11:03 Uhr
Transparency International rügt Merkel
Die Bundesregierung will erst Ende September über die Brennelementesteuer entscheiden [mehr...]
Montag, 26. Januar 2015, 09:00 Uhr
Vattenfall sieht in Atomkraft keine Zukunft
BildBis vor Kurzem hat der schwedische Staatskonzern noch den Bau neuer Atomkraftwerke vorangetrieben. Jetzt stoppt Vattenfall alle Neubau-Pläne. Neue Sicherheitsvorschriften stellen auch den Weiterbetrieb vieler Altreaktoren infrage. Umweltschützer sagen: "Jetzt beginnt Schwedens Energierevolution".
Aus Stockholm Reinhard Wolff [mehr...]
Dienstag, 04. Dezember 2012, 13:46 Uhr
Vattenfalls Grün ist braun und strahlend
Vattenfall will – wieder mal – grün und grüner werden. Bis zum Jahr 2020 soll der Kohlendioxidausstoß des schwedischen Staatskonzerns um ein Drittel sinken, neue Investitionen sollen nur noch in Erneuerbare fließen. Doch im Kleingedruckten sieht das ganz anders aus. 
Aus Stockholm Reinhard Wolff  [mehr...]
Dienstag, 05. Mai 2015, 09:07 Uhr
"Es muss einen konkreten Klimagewinn geben"
BildSchwedens grüne Regierungspartei stellt Forderungen für den Verkauf von Vattenfalls Braunkohle: Schmutzigste Kraftwerke behalten und kein Recht auf Öffnung neuer Tagebaue. Am Verkauf selbst führt wohl aber nichts vorbei – es sei denn die Interessenten springen ab.
Aus Stockholm Reinhard Wolff [mehr...]
Samstag, 23. Oktober 2010, 13:42 Uhr
20 Milliarden jährlich für Erneuerbare
Kanzlerin Merkel wirbt in ihrer wöchentlichen Videobotschaft für das Energiekonzept der Bundesregierung. Atomkraftwerksbetreiber müssten 60 Prozent ihres Gewinns abgeben [mehr...]
Mittwoch, 11. August 2010, 12:28 Uhr
30 Milliarden für längere Laufzeiten
Atomkraftwerk-kruemmel-vattenfallDie vier Atomkonzerne wollen zahlen, wenn die Laufzeiten um zwölf Jahre verlängert werden [mehr...]
Freitag, 03. Juni 2011, 17:00 Uhr
AKW: Merkel kommt Länderchefs entgegen
Der Atomausstieg soll jetzt doch stufenweise kommen. Jedes Atomkraftwerk erhält ein eigenes Abschaltdatum, ein AKW bleibt aber auf Reserve. Der Energiekonzern Vattenfall fordert Entschädigung.
Von Martin Reeh und Felix Werdermann
[mehr...]
Donnerstag, 27. März 2014, 16:58 Uhr
Atomausstieg mit Turbo
BildAtomkraftgegner und Umweltverbände wie der BUND fordern seit langem, den bis 2022 geplanten sukzessiven Atomausstieg zu beschleunigen. Nun könnte es tatsächlich so kommen – zumindest im Fall des bayerischen AKW Grafenrheinfeld, das als nächstes auf der Abschaltliste des 2011 beschlossenen Atomkonsens steht.
Aus Frankfurt am Main Joachim Wille [mehr...]
Freitag, 13. August 2010, 13:17 Uhr
Atomfonds für Atomriesen
akw_Brokdorf_eonDie Betreiber von Atomkraftwerken wollen keine Brennelementesteuer, sondern bevorzugen ihr eigenes Fonds-Modell, das erneuerbaren Energien zugute kommen solle. Ob das rechtlich möglich ist, ist allerdings fraglich. Und dazu: Der Staat soll die Gelder für den Fond vorfinanzieren. Die Opposition strebt nun eine Verfassungsklage in Karlsruhe an. Klarheit im Atomstreit will die Regierung bis September schaffen.
Von Martin Sieber [mehr...]

Werbung

Meinungen: Reimers kleine Zahlenkunde

479 statt 1.900 Trassen-Kilometer

nick3Der Ausbau der Stromnetze gilt als der "Flaschenhals der Energiewende". Wenn das stimmt, geht es diesem Hals gerade barbarisch an die Gurgel.
Eine Kolumne von Nick Reimer
[mehr...]

Meinungen: Überraschung der Woche

Technische Glaubensfragen, unzureichende Emotionen und beschwiegene Systemkonflikte

BildKalenderwoche 30: Dass die japanische Regierung die Evakuierung in Fukushima aufheben und sogar wieder voll in die Atomkraft einsteigen will, ist verantwortungslos – und naiv technikgläubig, sagt Michael Müller, SPD-Vordenker, Ko-Vorsitzender der Endlagerkommission und Mitherausgeber von klimaretter.info. [mehr...]

mehr...

Bild
Debattenserie

Deutschland und sein Klimaziel

Reicht das?" – fragt klimaretter.info in einer Debattenserie: Es geht um das 40-Prozent-Ziel der Bundesregierung. Die ersten 15 Prozent CO2-Reduktion ab 1990 waren nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft leicht zu erreichen. Dann wurde es schwieriger. Jetzt bleiben nur noch viereinhalb Jahre für die fehlenden 13 Prozent. Reichen die politischen Instrumente? [mehr...]

Aufmacherbild
Aktion des Monats

Für weltweite Energiewende

Mit einer globalen Menschenkette macht Friends of the Earth, ein großes internationales Umweltnetzwerk, Druck für Klimagerechtigkeit. Bei der Online-Aktion geht es um einen wirkungsvollen internationalen Klimavertrag Ende des Jahres in Paris – und um eine weltweite Energierevolution. Mit wenigen Klicks im Internet kann sich jeder anschließen. [mehr...]

In eigener Sache
Unterstützen Sie guten Journalismus

BildUnabhängiger Journalismus braucht Förderer. Der Klimawissen e.V. unterstützt die Arbeit des Online-Magazins klimaretter.info. Werden Sie Fördermitglied oder spenden Sie für die Berichterstattung!

Zurzeit finanzieren unsere Leserinnen und Leser rund eine viertel Redakteursstelle. Außerdem ermöglichten sie zuletzt die Berichterstattung zur Klimakonferenz in Lima. [mehr...]

Werbung


Neues vom Kooperationspartner
Degrowth konkret: Sommerschule im Rheinland
BildAuf der Sommerschule vom 9. bis 14. August im Rheinischen Revier wird Wachstumskritik konkret. "Keine Klimagerechtigkeit ohne Degrowth" – unter diesem Motto geht es eine Woche lang um Antworten auf eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. [mehr...]

Yahoo, n-tv & Co: Maxi-Quatsch zur ‚Mini-Eiszeit‘

Hach, wäre das nicht toll, wenn uns die Sonne den Klimaschutz abnähme? Wenn ein Sinken der Sonnenaktivität die Erderwärmung ausbremsen würde, ja, dann könnten RWE und Vattenfall weiterhin fröhlich Braunkohle verfeuern, dann könnten alle Menschen einen dieser bulligen SUV-Stadtgeländewagen fahren,[…] [mehr...]

Klimaretter-Dossiers

Politik fürs deutsche Klimaziel - Reicht das?
Netzausbau - Die größte Baustelle der Energiewende
Klimawandel vor der Tür - Deutschland passt sich an
Degrowth 2014 - Kongress der Wachstumskritiker
EEG 2014
 - Was sich für wen ändert
Grünes Geld
 - So legen Sie Ihr Geld gut grün an
Atomkatastrophe Fukushima
 - Drei Jahre danach
Ästhetik der Energiewende - Alles verspargelt?
Sotschi 2014 - Winterspiele in den Subtropen
Koalitionsvertrag 2013 - Schlimmer als befürchtet
Volksentscheid in Hamburg - Rückkauf der Netze
Bundestagswahl 2013 - Energiewende auf der Kippe
Zukunft des EEG - Die Debatte zum "EEG 2.0"
EEG-Umlagebefreiung - Ausnahmen als Regel
Die Gesetze der Energiewende
 - Eine Analyse
Atomkraft nach Fukushima - Weltweites Innehalten 
25 Jahre Tschernobyl - Nichts gelernt aus dem GAU?
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E 10 und das Politikversagen - Wie es nun weitergeht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategien - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Gekippte Kohlekraftwerke - Ausgekohlt
Nordrhein-Westfalen-Wahl 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima ist Nebensache
Die Meseberg-Beschlüsse - Merkels Klimabilanz
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung

Werbung


Verlagssonderveröffentlichung
Das optimale Solardach finden
BildOb sich der Einbau einer Solaranlage lohnt, hängt auch stark vom Standort der jeweiligen Immobilie an. Bessere Auskünfte als die bisher vereinzelt vorhandenen Solardachkataster bietet das Projekt Solarmaps.de – vorerst für das Saarland und ab 2017 bundesweit. [mehr...]

Klimakonferenz-Specials

Bonn Juni 2015 - Der Fahrplan für Paris
Berlin Mai 2015 - Der sechste "Petersberger Dialog"
Was Lima wert ist - Meinungen und Analysen
Lima Dezember 2014 - COP 20 in Peru
Lima-Countdown - Die Welt vor Lima
New York September 2014 - Der Ban-Ki-Moon-Gipfel
Berlin Juli 2014 - Der fünfte "Petersberger Dialog"
Bonn Juni 2014 - Die neue Ernsthaftigkeit
Was Warschau wert ist - Meinungen und Analysen
Warschau November 2013 - COP 19 in Polen
Warschau-Countdown - Die Welt vor Warschau
Bonn Juni 2013 - Kein Sinn für Dringlichkeit
Was Doha wert ist - Meinungen und Analysen
Doha Dezember 2012 - COP 18 in Katar
Doha-Countdown - Die Welt vor Doha
Durban Dezember 2011 - COP 17 in Südafrika
Durban-Countdown - Die Welt vor Durban
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - COP 16 in Mexiko
Cancún-Countdown - Die Welt vor Cancún
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Kopenhagen Dezember 2009 - COP 15
Kopenhagen-Countdown - Vor dem Supergipfel 

Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznań Dezember 2008 - COP 14 in Polen
Bali Dezember 2007 - COP 13 in Indonesien

Werbung

Facebook-Empfehlungen

klimaretter.info auf Twitter

klimaretter.info Newsletter

klimaretter.info Newsfeed

Hier gehts zu einer Übersicht unserer Newsfeeds


Werbung


Ressorts

Politik

Bild
Ex-IPCC-Chef verliert letzten Posten

Das indische Forschungsinstitut TERI feuert Rajendra Pachauri nach Belästigungsvorwürfen [mehr...]
Energie

Bild
Offshore auf 2020er Kurs

Im ersten Halbjahr kamen 1.765 Megawatt Offshore-Windkraft neu ans bundesdeutsche Netz [mehr...]
Wirtschaft

Bild
Ikea kauft sich Wald in Rumänien

Schwedens Möbelgigant wird durch den Deal zum zweitgrößten privaten Forsteigentümer des Landes [mehr...]
Umwelt

Bild
Wo kommt nur all das Öl her?

Teersandförderung: Fünf Millionen Liter bitumenhaltiges Wasser in Kanada ausgelaufen. Leck blieb wochenlang unentdeckt [mehr...]
Wohnen

Bild
Deutschland beim grünen Bauen führend

Zumindest fast: Platz sechs auf der Top-Ten-Liste des US-Standards für ökologisches Bauen LEED [mehr...]

Werbung


Meinungen

Kommentar

Bild
Dobrindts Dach ist undicht

Der Verkehrsminister feiert sich selbst mit seinem sogenannten Milliardenprogramm zur Sanierung maroder Straßen und Brücken – öffentlichkeitswirksam während der sommerlichen Ferienreisezeit. Doch einen wirklichen, womöglich auch noch zeitgemäßen Plan kann man dahinter auch beim besten Willen nicht erkennen.
Ein Kommentar von Joachim Wille
[mehr...]
Standpunkte

Bild
"Das Ziel heißt Klimasicherheit"

Nach der Finanzierungskonferenz in Addis Abeba letzte Woche stehen nun die abschließenden Verhandlungen zu den Nachhaltigkeitszielen (SDG) an, die die UNO im September verabschieden will. Der bisherige Entwurf zeigt positive Ansätze, vernachlässigt aber immer noch die Bedeutung des Klimawandels. Vier Vorschläge zur Verbesserung.
Ein Standpunkt von Sven Harmeling, Klimaexperte bei Care International
[mehr...]
Rezension

Bild
"Ein Buch, das jeden packt"

Wer Weltklimapolitik verstehen und über den Tellerrand deutscher Klimapolitik hinausschauen will, sollte "Schlusskonferenz" von Nick Reimer lesen. Das Buch beschreibt packend die großen Momente aus gut 20 Jahren Klimadiplomatie.
Eine Rezension von Lutz Wicke, Institut für Umweltmanagement, Umweltstaatssekretär a.D. in Berlin
[mehr...]
Kolumnen

Bild
Mein Hassobjekt: Der Handyshop

Handyshops sind keine Fachgeschäfte, sondern das genaue Gegenteil: Undurchschaubare Produkte, inkompetente Beratung, überhöhte Preise. Sie verkörpern alles, was schlecht ist am globalisierten Raubtier­kapitalismus: Prekäre Beschäftigung, Ressourcen­vergeudung, Konsum- und Kommunikationsterror.
Eine Kolumne von Georg Etscheit
[mehr...]
Überraschung der Woche

Bild
Technische Glaubensfragen, unzureichende Emotionen und beschwiegene Systemkonflikte

Kalenderwoche 30: Dass die japanische Regierung die Evakuierung in Fukushima aufheben und sogar wieder voll in die Atomkraft einsteigen will, ist verantwortungslos – und naiv technikgläubig, sagt Michael Müller, SPD-Vordenker, Ko-Vorsitzender der Endlagerkommission und Mitherausgeber von klimaretter.info. [mehr...]