Eine falsch wiedergegebene Studie

Tages-Schau Nr. 16: Das Handelsblatt berichtet "exklusiv" über eine Studie des Wirtschaftsministeriums, die angeblich zu dem Ergebnis kommt, dass verbindliche Energiesparziele nichts bringen. Doch die Studienautoren widersprechen der Darstellung. Report München berichtet über gerne verschwiegene indirekte Subventionen für klimaschädliche Braunkohle. Und das in der Arktis gespeicherte Methan entweicht - gefährliche Rückkopplungseffekte sind zu befürchten. Normalerweise können Sie auf klimaretter.info das tagesaktuelle Angebot der Klimaretter.info- Redaktion lesen. Wegen des Notprogramms bleibt uns derzeit nur der Service, auf wichtige Ereignisse  hinzuweisen.

Von Hanno Böck

"Energiesparziele bringen wenig" berichtet das Handelsblatt. Eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums ist dem Blatt vorab zugespielt worden. Doch die Studienautoren sprechen von einer Falschdarstellung. Im Auftrag von Wirtschaftsminsiter Philipp Rösler (FDP) hatten das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI), das Öko-Institut und die Firma Ecofys die Auswirkungen von Instrumenten zur Senkung des Energieverbrauchs in Haushalten. Ob verbindliche Energiesparziele, wie sie etwa die EU-Kommission wünscht, sinnvoll wären, war explizit nicht Gegenstand der Untersuchung. In einer Mitteilung der drei Institute heißt es gar: "Alle drei Forschungsinstitute erachten verpflichtende und ambitionierte Einsparziele sowohl mit mittel- wie auch langfristigem Zeithorizont als notwendige Grundvoraussetzung, die Klimaschutzziele in Deutschland und der EU zu erreichen."


Verblindliche Energieeffizienz oder nicht? Eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums wird vom Handelsblatt offenbar im Interesse des Wirtschaftsministers fehlinterpretiert. (Foto: BMU / Brigitte Hiss)

Die Braunkohle-Verstromung in Deutschland ist seit der Stilllegung von acht Atomkraftwerken im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Grund genug für Report München, hier nachzubohren. Das Fernsehmagazin deckt auf, dass die Kohleverstromung vielfältig staatliche Unterstützung erhält - obwohl sie von der Energiewirtschaft und von Politikern gerne als subventionsfreie Energiequelle verkauft wird.

Ein Forscherteam der NASA hat, wie die Webseite Science Daily berichtet, die Methankonzentration in der Arktis untersucht. Die Forscher stellten dabei Werte fest, die deutlich über denen lagen, die gewöhnlich in der Atmosphäre zu erwarten sind. Im Fall der jetzigen Untersuchung ist bemerkenswert, dass die Methanquellen nicht genau festgestellt werden konnten. Schon lange wird befürchtet, dass Methanemissionen, die durch auftauende Permafrostböden oder andere Erwärmungseffekte entstehen, zu gefährlichen Rückkopplungseffekten führen könnten. Denn da durch die steigenden Temperaturen Methan entweicht, dieses aber selbst wieder zu mehr Erwärmung führt, könnte ein nicht mehr aufzuhaltender Erwärmungstrend entstehen.

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