Der Abschied des Atomdino

Tagesschau Nr. 12: Der Abgang von Jürgen Großmann bei RWE - natürlich mit Paukenschlag: Der Essener Konzern hat Verfassungsklage gegen das Atomgesetz eingereicht. Und in Brüssel bleibt die Diesel-Revolution nun doch aus. Normalerweise können Sie tagesaktuell auf klimaretter.info ausführlich von der Klimaretter.info- Redaktion aufbereitet alles zur Klima- und Energiewende lesen. Wegen des Notprogramms bleibt uns derzeit nur, auf die relevanten Themen hinzuweisen.

Von Nick Reimer

RWE-Chef Jürgen Großmann will den Atomausstieg nicht rückgängig machen. RWE akzeptiere, was die Bundesregierung beschlossen hat, sagte Vorstandschef Jürgen Großmann bei der Aktionärsversammlung am Donnerstag in Essen. Um dann zum großen ABER anzusetzen: "Es muss geklärt werden, wie der entstandene Schaden für die Unternehmen ausgeglichen wird", sagte Großmann. Deswegen habe er eine Klage vorm Verfassungsgericht veranlasst: Die Richter sollen entscheiden, wie RWE Schadenersatz geltend machen kann.

RWE-Chef Jürgen Großmann kann andererseits den Atomausstieg gar nicht mehr rückgängig machen.Zumindest nicht als RWE-Chef:  Zum 30. Juni gibt er die Kapitänsmütze an den Niederländer Peter Terium weiter. Insofern zählt nicht mehr, was Großmann sagt (Etwa: "Im Jahr 2050 kann die deutsche Stromversorgung klimaneutral sein".) Es zählt, was von ihm bleibt: Der 2,03 Meter-Mann hatte im September 2007 den Chefposten bei RWE übernommen. Seitdem hat die Aktie um mehr als 55 Prozent an Wert verloren, der Konzern ist eine größere Baustelle als zu seinem Amtsantritt.


Beklatscht Großmann Großmann? Vermutlich: kaum ein Manager war mit größerem Selbstvertrauen ausgestattet als der RWE-Chef. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

 

Vor der Essener Grugahalle, in der die Aktionäre seit 8.30 Uhr tagten, demonstrieren etwa 150 AktivistInnen gegen die Atom- und Kohlepolitik des Konzerns. Einige Menschen versuchten, zum Eingang der Jahreshauptversammlung zu gelangen, um sich dort den Aktionären in den Weg zu stellen. Die Polizei verhinderte dies. Auch der Versuch von einigen AktivistInnen, sich vor dem Eingang anzuketten, wurde vereitelt. Der komplette Zugang zur Grugahalle war von Polizei umstellt. Zehn Demonstranten wurden festgenommen.  

Eine Revolution blieb auch bei der EU aus: Das EU-Parlament sprach sich gegen den Vorschlag aus, bis 2023 die Besteuerung für Diesel anzuheben. Die Parlamentarier hatten in Straßburg beraten, ob Treibstoffe in Zukunft nach ihrem Energiegehalt besteuert werden sollen. Benzin, Diesel, Agrosprit – jeder Treibstoff hat eine unterschiedliche Energiedichte. Und im Sinne des Klimaschutzes wollte das Parlament diese Energiedichte zum Gegenstand der Steuer machen: Diesel weist eine höhere Kohlenstoff-Dichte als Benzin oder Agrotreibstoff aus - weshalb er auch mehr Kohlendioxid bei seiner Verbrennung verursacht.

Eine radikale Abspeckkur für den Markt für Emissionszertifikate fordert eine Gruppe namhafter europäischer Investoren von der EU-Kommission. Die 80 Investmentgesellschaften und Pensionsfonds, die sich zur Institutional Investors Group on Climate Change zusammengeschlossen haben, verwalten ein Vermögen von 7,5 Billionen Euro. Die Gruppe macht sich zudem dafür stark, die Emissionsreduktonsziele der EU für 2020 von derzeit 20 Prozent zu erhöhen.

Überfischte Meere, rabiates Ausräubern von schrumpfenden Beständen bei Seelachs, Makrelen oder Thunfisch - Verbraucher, die das nicht unterstützen wollen, angeln beim Fischkauf oft nach Produkten mit den Gütesiegeln MSC oder FOS. ISC steht für «Marinestewardship Council», FOS ist die Abkürzung für «Friend of the Sea». Beide Zertifikate versprechen, dass die Tierbestände von der Fischerei schonend behandelt werden. "Leider kann man sich auf die Label nicht verlassen", sagte der Fischereibiologe Rainer Froese vom Geomar-Institut für Ozeanforschung in Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings empfielt er sie dennoch: Es sei besser solchen Fisch zu kaufen als Fisch ohne Siegel

Und dann ist da neuerdings noch die Kirschessigfliege, die sich gerne über Beeren, Obst und Weintrauben hermacht. 2011 sei sie erstmals auch in der Pfalz nachgewiesen worden, sagte Karl-Josef Schirra vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum der dpa. Die aus Ostasien stammende Fliege legt ihre Eier in reifende Früchte, vor allem in Süßkirschen und Trauben, die dann faulen. Experten warnen davor, dass mit steigenden Durchschnittstemperaturen auch fremde Lebewesen nach Mitteleuropa wandern. In Norditalien hatte die Fliege 2011 für erhebliche Ernteschäden gesorgt. Nun werde genau beobachtet, ob die Schädlinge mit dem Namen Drosophila suzukii auch dieses Jahr wieder auftauchen.

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