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Wie lade ich mein Elektroauto?

ladestationWer sich ein Elektroauto kaufen will, sollte vorab die Elektroinstallation seines Hauses durch einen Fachmann überprüfen lassen, und sich eine dreiphasige Wallbox zulegen, die sicheres und schnelles Laden ermöglicht.

Von Benjamin von Brackel

Wer sich ein Elektroauto angeschafft hat, der steht in seiner Garage oft erst mal ratlos da. Darf er einfach zum normalen Stromkabel mit Schuko-Stecker greifen, um Steckdose mit Elektrofahrzeug zu verbinden?

"Das geht schon mal im Notfall", sagt Bernhard Tschenscher, E-Mobilitätsexperte vom ADAC. Denn prinzipiell sei das Laden an einer 220 Volt/16 Ampere-Dose möglich. Wer aber regelmäßig und über viele Stunden sein Fahrzeug an die Haushaltssteckdose hängt, dem sei abgeraten.

Zum einen dauert es einfach viel zu lange – oft können es sich Autobesitzer aber nicht leisten, ihr Fahrzeug die ganze Nacht aufzuladen. Außerdem gibt es ein Sicherheitsrisiko: Die Verkabelung ist oft nicht mehr auf dem Stand der Technik. Weil häufig Übergangswiderstände vorhanden sind die Leitungen außerdem zu dünn sind, können sie sich schnell erhitzen. Dann können Schwelbrände entstehen. "Für diese Dauerlast sind die Schuko-Steckdosen nicht ausgelegt", sagt Tschenscher.

Deshalb ist es zu empfehlen, schon vor dem Kauf eines Elektroautos einen Fachmann heranzuziehen, der die Elektroinstallation in Haus und Garage überprüft. "In den allermeisten Fällen müssen neue Leitungen installiert werden", sagt Tschenscher. Und die dürfen ruhig etwas dicker und stärker ausfallen, auch damit beim Aufladen weniger Energie verloren geht. Das heißt Leiterquerschnitte von bis zu 16 Quadratmilimetern.

Außerdem ist es ratsam, sich eine spezielle Ladebox anzuschaffen. Wallbox nennt sich dieser viereckige Kasten, der sich an die Garagenwand hängen lässt und den die Automobilhersteller oft zu günstigeren Konditionen gleich beim Kauf eines E-Autos mitanbieten. Sie ermöglichen ein sicheres und schnelles Laden. "Sie verkraften lange und hohe Ströme problemlos", sagt Tschenscher.

Die Wallboxen sind mit den sogenannten Typ-2-Steckern ausgerüstet – der Standard in Europa. Das gilt auch für die öffentlichen Ladestationen wie den meisten E-Modellen europäischer Autohersteller.

Der ADAC empfiehlt, gleich eine dreiphasige Spannungsversorgung mit einer Ladeleistung von elf bis 22 Kilowatt zu wählen. Denn je höher die Leistung, desto kürzer die Ladezeit. Benötigt man beim 3,6-Kilowatt-Modell etwa sechs bis acht Stunden, so ist es bei 22 Kilowatt nur noch eine Stunde. Etwa die Tesla-Elektroautos oder die B-Klasse von Mercedes können schon mit elf Kilowatt laden. Und etwa der i3 von BMW setzt inzwischen schon auf eine Batteriekapazität von 33 Kilowattstunden.

Wettrüsten zwischen Batterie und Ladebox

Das heißt aber auch, dass in Zukunft auch die Wallboxen nachgerüstet werden müssen, je besser die Batterien werden. Dreiphasig ist das Wechselstrom-Laden bis zu einer Leistung von 43 Kilowatt möglich. Es gibt aber auch Stecker-Erweiterungen. Diese "CCS" (nicht zu verwechseln mit der unterirdischen Speicherung von CO2) oder "Combo 2" ermöglichen ein Schnellladen bis zu einer Leistung von etwa 50 Kilowatt, wie der ADAC angibt. Allerdings betrifft das vor allem weniger den Heim- als den öffentlichen Bereich.

Wer aber knapp bei Kasse ist und sein Elektromobil nur nachts auflädt und deshalb ohnehin Zeit hat, kann für das erste Geld sparen und muss dafür bei der Leistung eben Abstriche hinnehmen.

Andererseits kann man auch schon heute viel Geld in die Hand nehmen: Eine Wallbox ist zwar schon für 300 Euro zu bekommen, aber es gibt auch Modelle, die mehr als das Zehnfache kosten. Und dafür etwa W-Lan-Anbindung, Regenresistenz oder weitere Steckplätze mit liefern. Oft zahlt man aber vor allem den Markennamen – daher ist Vorsicht beim Kauf angeraten.

BildAn die Steckdose und losladen – so einfach ist es nicht. (Foto: Craig Morey/Wikimedia Commons)

Genau wie beim Laden selbst. Wer auf der sicheren Seite stehen will, sollte also beachten: Elektrofachmann einbestellen, Wallbox erwerben – und nie Mehrfachsteckdosen oder Kabeltrommeln zum Laden nutzen.

Häufig gestellte Fragen
1. Wie bekomme ich die Kaufprämie?
2. Wie lade ich mein Elektroauto?
3. Hilft mein E-Auto dem Klima?

Zum Dossier: E-Mobilitätladestation – Verkehr unter Strom

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