Auszeichnungen Nominiert für den Grimme Online Award in der Kategorie Information .info Award 2010 Gewinner des Deutschen Solarpreises 2009 Umwelt-Medienpreis 2008
Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Schlüsselrolle für die EU

 

Von Christoph Bals
Politischer Geschäftsführer von Germanwatch
 


Am Ende des Klimagipfels  in Katar stand das "Doha Climate Gateway". Mit der – für den weiteren Prozess hilfreichen, aber inhaltlich recht substanzlosen – Einigung auf dieses Paket von Beschlüssen gelang es, einen Rückschlag für die internationalen Bemühungen zur Bekämpfung der Klimakrise abzuwenden. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die notwendige politische Dynamik zur Abwehr eines gefährlichen Klimawandels derzeit weder in den USA noch in China oder der EU erkennbar ist.

Vielmehr geben die Regierungen aller drei Schlüsselregionen letztlich der Energiesicherheit – sei es durch Kohle in China und Polen oder durch Öl aus Teersand und Schiefergas in den USA – den Vorrang gegenüber ernsthaftem Klimaschutz. Solange es nicht gelingt, die Notwendigkeit der Energiesicherheit in Übereinstimmung mit ehrgeizigen Klimazielen zu bringen, scheinen diese Akteure nicht im erforderlichen Maß handlungsfähig.

Eine Konsequenz davon ist, dass die Führungsrolle der EU im internationalen Klimaschutz erodiert: Europa tritt die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls mit einem 20-Prozent-Ziel für die Periode bis 2020 an, welches zur Abwehr eines gefährlichen Klimawandels nicht ausreicht. Mehr noch: Die EU-Staaten müssen so bis 2020 kaum noch zusätzlichen Klimaschutz leisten, da diese Marke jetzt schon so gut wie erreicht ist. Vor diesem Hintergrund war es logisch, dass die Kooperation mit den besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten nicht mehr zu einem treibenden Faktor in Doha werden konnte. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) kam strategisch schlecht vorbereitet nach Doha und wurde zugleich von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) demontiert, der höhere Klimaziele und die Reparatur des Emissionshandels in der EU blockiert.

Zweite Verpflichtungsperiode: 37 Staaten mit Reduktionszielen

Dabei ermöglicht das Doha Climate Gateway durchaus bis 2015 ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen – wenn denn der politische Wille bei den Schlüsselakteuren entsteht.

• Die zweite Verpflichtungsperiode (VP2) des Kyoto-Protokolls vom 1. Januar 2013 bis 2020 wurde auf den Weg gebracht. Mit eigenen Reduktionszielen dabei sind 37 Staaten – die 27 EU-Staaten sowie Australien, Weißrussland, Kroatien, Island, Kasachstan, Norwegen, die Schweiz und die Ukraine –, die insgesamt etwa 14 Prozent der weltweiten Treibhausgase ausstoßen. Der Fortbestand des Kyoto-Protokolls hält die Chance aufrecht, dass sich in dem für 2015 angepeilten Abkommen – das spätestens 2020 in Kraft treten und im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll alle Staaten umfassen soll – rechtlich verbindliche Elemente finden.

• Es wurden zwei Arbeitsprogramme zur weiteren Klärung der bisherigen Klimaschutzversprechen der Industrie- und Schwellenländer vereinbart. Zu der Frage eines globalen Scheitelpunkts der Emissionen ("peak year") gab es in Doha nämlich keine Fortschritte, ebenso wenig bei dem langfristigen globalen Reduktionsziel ("shared vision"). Ebenso enttäuschend ist die Entwicklung im internationalen Schiffs- und Flugverkehr: Der dazu verhandelte, sich an die Sprache des Kyoto-Protokolls anlehnende und sehr schwache Text wurde am Ende sogar vollständig gestrichen.

• Die Phase der Schnellstartfinanzierung – das Versprechen der Industrieländer von Kopenhagen, 30 Milliarden US-Dollar zwischen 2010 und 2012 für Klimaschutz- und Anpassungsaktivitäten in Entwicklungsländern bereitzustellen – endet mit Ablauf dieses Jahres. Deshalb stand in Doha auf der Agenda, verlässliche Zusagen für die nächsten Jahre zu bekommen sowie erste Schritte zu einem glaubwürdigen  "Aufwuchspfad" bis 2020 zu vereinbaren. Dann sollen von den Industrieländern jährlich 100 Milliarden US-Dollar an öffentlichen und privaten Geldern mobilisiert werden. Einige Industriestaaten, darunter Deutschland, haben konkrete Zusagen für das nächste Jahr – und teilweise darüber hinaus – gemacht, die sich für 2013 auf etwa acht Milliarden US-Dollar summieren. Es bleibt aber sehr unklar, ob die Industrieländer ihr 2009 gegebenes Versprechen tatsächlich einhalten wollen. 2013 wird ein wichtiges Jahr für diese Debatte. Die Industrieländer sollen dann darlegen, wie sie sich den zugesagten Aufwuchs bis 2020 vorstellen. Das ist ein wichtiger Schritt, hatten doch die USA lange jede Notwendigkeit zurückgewiesen, darüber international Rechenschaft ablegen zu müssen. Eine wichtige Rolle könnte beim nächsten Klimagipfel in Warschau (COP19) ein hochrangiger runder Ministertisch speziell zum Thema Klimafinanzierung spielen. Es wäre notwendig, einen Pfad zu beschließen, wie man sich den 100 Milliarden annähern will. 

Je weniger Klimaschutz, desto mehr Druck durch Klimaschäden

• Des Weiteren soll im kommenden Jahr darüber entschieden werden, welche Institutionen die besonders betroffenen Staaten angesichts der Konsequenzen des Klimawandels unterstützen sollen, die sich nicht mehr abwenden lassen – weder durch Klimaschutz noch durch Anpassung. "Loss and Damage" gehörte zu den drei zentralen Themen, um die in der letzten Verhandlungsnacht in Doha gerungen wurde. Damit zeichnet sich für die großen Emittenten unter den Industrie- und Schwellenländern ab: Je weniger Klimaschutz sie betreiben, um so mehr werden sie in Bezug auf die Klimaschäden unter Druck geraten. 

Fortschritte in diesen Bereichen wären die notwendige Grundlage, um den Weg zu einem erfolgversprechenden Abkommen im Jahr 2015 zu ebnen. Erste konkrete Schritte wurden bereits in Doha getan:

• Es gibt jetzt Eckpunkte für den Verhandlungsprozess zu diesem neuen Klimaabkommen mit allen Staaten. Dieses soll 2015 beschlossen werden und ab 2020 gelten. Man will aus Kopenhagen lernen und nicht wieder alles bei einem Klimagipfel lösen.

• Bereits 2014 soll als Verhandlungsgrundlage ein akzeptierter Entwurfstext vorliegen. Er soll bis Mitte 2015 zum offiziellen Verhandlungstext werden und die Basis für das neue Abkommen 2015 bilden. Nicht erst beim Klimagipfel Ende des Jahres, sondern bereits im Mai 2014 sollen die Minister mitverhandeln. Und im September 2014 sollen dann die Staats- und Regierungschefs bei einem von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon einberufenen Sondergipfel ihren Willen zu notwendigem Klimaschutz und Finanzpaketen dokumentieren. Ende des Jahres soll dann eine Verschärfung der Kyoto-Ziele erreicht werden – und möglicherweise eine erste Stufe bei der Steigerung der Finanzströme. Dabei sollen vor allem die Handlungsnotwendigkeiten angesichts der Lücke der heutigen Reduktionsziele im Verhältnis zum Zwei-Grad-Ziel angesprochen werden. Der ebenfalls 2014 veröffentlichte IPCC-Report liefert dazu einen wichtigen Input.

Handeln ist nicht nur einmal jährlich kurz vor Weihnachten gefragt

Es ist verfehlt, alljährlich kurz vor Weihnachten das Heil von einem UN-Klimagipfel zu erwarten, wenn nicht im Laufe des Jahres in den Hauptstädten der notwendige Wille zum Handeln entsteht. Die Klimagipfel sind in erster Linie ein Landeplatz für Dynamik, die auf anderer Ebene entsteht. Überzeugende Vorreiterrollen sind deshalb gefragt. So kann eine erfolgreiche deutsche Energiewende ganz erhebliche internationale Ausstrahlung entfalten, ihr Scheitern aber auch einen Sargnagel für den internationalen Klimaschutz bedeuten. Um einen gefährlichen Klimawandel abzuwehren, bedarf es einer Strategie, die sicherstellt, dass vier Fünftel der bereits in den Büchern der großen Staatsunternehmen und privaten Konzerne stehenden fossilen Energiereserven unter der Erde bleiben. In dem Ausmaß, in dem die Zivilgesellschaft das erkennt, wird eine neue Ernsthaftigkeit in die Klimadebatte kommen.

Für die nächsten Jahre ist es zudem entscheidend, mit Vorreiterallianzen auch die alten Blöcke von Industrieländern und Entwicklungsländern, die immer mehr zu Denkblockaden werden, zu überbrücken. Solange die Situation als eine Verhandlungskonstellation "Nord gegen Süd" verstanden wird, ist eine Blockade der Klimapolitik vorprogrammiert. Hier braucht es eine intelligente Bündnisstrategie, die besonders vom Klimawandel betroffene Staaten sowie klimapolitisch besonders ambitionierte Staaten umschließt, aber auch die Anschlussfähigkeit zu den wichtigsten anderen Akteuren herstellt. Ohne eine solche Dynamik wird es keinen wirklichen Fortschritt im internationalen Klimaschutz geben. Der UN-Prozess aber ist dann wieder der Landeplatz, um diesen Fortschritt ins Völkerrecht zu gießen.


Zwei der drei nächsten Klimagipfel finden in Europa statt – 2013 in Polen und 2015 in Frankreich. Deshalb ist eine gut abgestimmte Drei-Jahres-Strategie der EU notwendig, um die internationale Klimapolitik voranzutreiben. (Foto: europa.eu)

Der EU kommt eine Schlüsselrolle für den internationalen Klimaschutz bis 2015 zu. Zwei der nächsten drei Klimagipfel finden in EU-Mitgliedstaaten statt, zunächst 2013 in Polen und dann 2015 in Frankreich. Es bedarf jetzt einer gut abgestimmten dreijährigen Strategie der EU, die die internationale Klimapolitik massiv vorantreibt. Das bedeutet, dass die Hausaufgaben in der EU gemacht werden müssen. Ein 30-Prozent-Ziel, die Reparatur des Emissionshandels und eine erfolgreiche Energiewende stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Eine solche Strategie verlangt aber auch die Allianzenbildung mit den besonders betroffenen Staaten und mit Vorreiterstaaten sowie intensive bilaterale Verhandlungen mit besonders relevanten Staaten. Dies muss das ganze Jahr über durch die Außenpolitik vorbereitet werden, nicht erst ad hoc bei den Klimaverhandlungen. Wenn sich die EU bei dieser Führungsrolle so kläglich wie in Doha aufstellt, wird sie 2015 nicht mehr Hoffnungsträger, sondern der große Versager der Klimapolitik sein.

Bislang in dieser Debattenserie erschienen:

Frank Schwabe: Europas Schuld: Klimaschutz im Stillstandsmodus
Franz Alt: Konferenzzirkus mit 18 Großveranstaltungen
Christian Mihatsch: Drei Jahre für ein Momentum
Joachim Wille: Auf dem Weg in die Plus-vier-Grad-Welt
Nick Reimer: Dompteur oder Clown 

Alle Beiträge zur COP18 in Katar finden Sie hier im klimaretter.info-Doha-Dossier
Meinungen und Analysen in der Rubrik "Was Doha wert ist"


comments powered by Disqus
Diesen Text mit einem Klick honorieren:    [Erklärung]

Übrigens: Guter Journalismus kostet...

Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.

Spendenkonto

Spendenkonto
 

Werbung

Dies könnte Sie auch interessieren:

Mittwoch, 05. Dezember 2012, 12:42 Uhr
"EU gibt den Joker aus der Hand"
Ab 2020 sollen 100 Milliarden US-Dollar – jährlich – an die armen Länder fließen, damit sie sich vor dem Klimawandel schützen können. Woher aber soll das Geld kommen? Eine Möglichkeit wäre, Flug- und Schiffsverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen, schließlich sind sie für zehn Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich. Doch die Branchenverbände mauern.
Von Benedikt Bastong [mehr...]
Donnerstag, 29. November 2012, 19:30 Uhr
"Dunkle Kräfte" sind am Werk
Tag 4 der Weltklimakonferenz in Katar: Die Verhandlungen im Strang zu Finanzierungsfragen stecken fest: Verhandlungsleiter Tayeb aus Saudi-Arabien besteht auf seinem ohne Absprache veränderten Entwurf. Einige Entwicklungsländer und die USA streiten über den Transfer von Klimatechnologien. Und nicht nur die NGOs sind inzwischen auch mit dem Konferenzpräsidenten unzufrieden.
Aus Doha Christian Mihatsch [mehr...]
Sonntag, 09. Dezember 2012, 11:30 Uhr
Auf dem Weg in die Plus-vier-Grad-Welt
Der Klimagipfel in Doha ist nicht gescheitert. Doch der Kompromiss, den der katarische Konferenzpräsident am Ende durchhämmerte, ist unterirdisch schwach. Schuld ist die EU, die – paralysiert von Eurokrise und politischer Willensschwäche – ihre bisherige Vorreiterrolle aufgab. Teil 1 der Serie 'Was Doha wert ist'
Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Montag, 10. Dezember 2012, 09:00 Uhr
Drei Jahre für ein Momentum
Die Bilanz von Doha ist – bestenfalls – ambivalent. Zwar ist nun der Weg frei, um bis zum Jahr 2015 einen Weltklimavertrag auszuarbeiten, der erstmals alle Länder mit verbindlichen Emissionszielen belegt. Wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Erderwärmung wurden indes nicht beschlossen. Noch immer fehlt der internationalen Staatengemeinschaft das Verständnis für die Dringlichkeit der Klimakrise. Doch das kann und wird nicht so bleiben. Teil 2 der Serie 'Was Doha wert ist'
Ein Kommentar von Christian Mihatsch  [mehr...]
Samstag, 12. Oktober 2013, 13:15 Uhr
Klimafinanzierung – nur millimeterweise
BildDer Vorstand des Green Climate Fund kann sich bei seinem Treffen in Paris nicht auf einen klaren Zeitplan für Zahlungen einigen [mehr...]
Donnerstag, 06. Dezember 2012, 17:59 Uhr
Altmaier ist doch nicht Herakles
Tag 10 der Weltklimakonferenz: Die Kyoto-Gruppe scheitert beim Versuch einen Vertragstext zu verabschieden. Beobachter glauben, dass die Industrieländer so Verhandlungsmasse in der Hinterhand behalten wollen. Aber diese Rechnung könnte ohne Ergebnis enden: Auch die beiden anderen Verhandlungsstränge hängen fest. Und offiziell sind nur noch 36 Stunden Zeit für eine Lösung der Blockade.
Aus Doha Angelina Davydova, Nick Reimer, Christian Mihatsch, Joachim Wille [mehr...]
Montag, 03. Dezember 2012, 12:50 Uhr
Altmaier verzweifelt gesucht
Wo ist Altmaier? Was wird aus seiner Ankündigung, eine Verschärfung des europäischen CO2-Einsparziels von 20 auf 30 Prozent durchsetzen zu wollen – und zwar notfalls auch ohne Polen? Hat Altmaier Doha bereits aufgegeben? Und wie steht es mit einer neuen Allianz der Energiewende-Länder?
Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Dienstag, 04. Dezember 2012, 18:43 Uhr
Ban Ki-moon versucht's mit Druck
Tag 8 der Weltklimakonferenz. Stabsübergabe bei den Klimaverhandlungen in Doha: Statt der Klimadiplomaten verhandeln ab dem heutigen Mittwoch die Minister. Aber viel zu verhandeln haben sie derzeit nicht, es gibt kaum Kompromissvorschläge, dafür aber viele offene Punkte. Derweil machen Gerüchte die Runde, was die verschiedenen Minister wohl ankündigen werden, um die Blockaden wieder aufzulösen.
Aus Doha Christian Mihatsch und Joachim Wille [mehr...]
Montag, 17. Dezember 2012, 15:51 Uhr
Berge bewegen statt Sandhäuflein
Das Problem Klimawandel ist so groß, dass sich Taktiererei verbietet. Wir müssten einen Berg bewegen, aber schieben stattdessen auf Weltklimakonferenzen und anderswo Sandhäuflein hin und her. So hat, nüchtern betrachtet, die Doha-Konferenz den Klimaprozess am Leben gehalten und die Chance auf eine neue Bewährungsprobe geschaffen. Es könnte die letzte sein. Teil 4 der Serie 'Was Doha wert ist'
Ein Standpunkt von Frank Schwabe [mehr...]
Donnerstag, 29. November 2012, 17:53 Uhr
Der Wegweiser zum Gipfeldschungel
COP 18: Eine Konferenz, ein Thema, aber fünf verschiedene Verhandlungsstränge. klimaretter.info fasst für Sie zusammen, was auf der Klimakonferenz in Katar in diesem Jahr eigentlich passiert. Und beurteilt, wie die Chancen auf einen Erfolg sind.
Aus Doha Nick Reimer [mehr...]
Samstag, 08. Dezember 2012, 21:24 Uhr
Die Brücke zum neuen Klima-Regime
Die 18. Weltklimakonferenz ist zu Ende: Mit dem Schließen der beiden Verhandlungsstränge zum Kyoto-Protokoll und zum Bali Action Plan stoßen die Klimadiplomaten eine neue Verhandlungs-Tür auf. Bis 2015 soll nun ein Vertrag entwickelt werden, der erstmals alle Staaten mit Reduktionspflichten belegt – auch die Schwellen- und Entwicklungsländer. Dem Klima hilft das Ergebnis indes nicht. 
Aus Doha Angelyna Davydowa, Nick Reimer, Joachim Wille und Christian Mihatsch [mehr...]
Mittwoch, 21. Dezember 2011, 14:04 Uhr
EU-Emissionshandel: Angriff abgeblockt
Trotz Drohungen von allen Seiten - der Europäische Gerichtshof bleibt hart. Die Einbeziehung nicht-europäischer Fluglinien in den EU-Emissionshandel sei rechtens. Damit müssen nun alle Airlines, die Europa anfliegen, für einen Teil ihrer Zertifikate zahlen. Um die Wogen im Ausland zu glätten, hatte Klimakommissarin Hedegaard jedoch schon im November "Ausnahmen" angekündigt.
Von Eva Mahnke [mehr...]
Freitag, 07. Dezember 2012, 16:38 Uhr
Renditemodell Klimawandel
Der Weltklimagipfel in Doha offenbart das Systemversagen des Kapitalismus, sagt die linke Europa-Parlamentarierin Sabine Wils. Anstatt für die wirklich wichtigen Probleme – Anstieg des Meeresspiegels, Technologietransfer, Klimagerechtigkeit – nach Lösungen zu suchen, wird um "heiße Luft", viel zu niedrige Reduktionsziele und nicht funktionierende Marktmechanismen geschachert.
Ein Standpunkt von Sabine Wils  [mehr...]
Montag, 24. September 2012, 11:14 Uhr
US-Senat will Airlines schützen
Der Senat ließ einstimmig einen Gesetzentwurf passieren, der US-Airlines die Teilnahme am EU-Emissionshandel verbieten soll [mehr...]
Freitag, 07. Dezember 2012, 17:00 Uhr
Umweltverbände drängen die Kanzlerin
Bei einem gemeinsamen Auftritt in Doha fordern die deutschen Umweltverbände Bundeskanzlerin Merkel zum Eingreifen auf [mehr...]

Werbung

Bild
Serie

Leben mit der Katastrophe

Erdbeben, Tsunami, Atomunfall: Vor drei Jahren gingen die Nachrichten von der Katastrophe in Fukushima um die Welt. Der dreifache Super-GAU in Japan brachte das Aus für die deutschen AKW. Doch jetzt will Japan seine Reaktoren wieder hochfahren. Und die Nöte der Betroffenen scheinen auch bei uns vergessen. [mehr...]

Aufmacherbild
Aktion des Monats

Die Energiewende nicht abwürgen!

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist mit seinen Plänen zur EEG‑Reform dabei, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu kappen. Das würde Kohlestrom noch attraktiver machen und die Debatte über Atomkraftwerke wieder anfachen. Dagegen formiert sich Widerstand, bei dem jede Unterschrift zählt. [mehr...]

In eigener Sache
Unterstützen Sie guten Journalismus

Unabhängiger Journalismus braucht Förderer. Der Klimawissen e.V. unterstützt die Arbeit des Online-Magazins klimaretter.info. Werden Sie Fördermitglied oder spenden Sie für die Berichterstattung!

Aktuell finanzieren unsere Leser_innen rund eine viertel Redakteursstelle. Außerdem haben sie zuletzt die Berichterstattung zur Klimakonferenz in Warschau ermöglicht. [mehr...]

Werbung


Verlagssonderveröffentlichung
Wie Crowdfunding die Energiewende voranbringt
LC Bioenergie 3 600"Vielleicht haben wir zu spät auf erneuerbare Energien gesetzt", gab RWE-Chef Peter Terium kürzlich zu. Während Politik und Großkonzerne die Energiewende viel zu zögerlich angehen, werden immer mehr Bürger selbst aktiv. Für Menschen, denen eine Energiegenossenschaft zu aufwendig ist, gibt es jetzt ganz neue Wege, die eine Teilhabe einfacher als je zuvor machen. [mehr...]

RWE: Den Bürger mimen

Heute geht es um Bürgerenergie. In Deutschland waren Ende 2012 insgesamt 47 Prozent der installierten Ökostromleistung in Deutschland nach der Eigentümerstruktur Bürger-Energieanlagen – installiert von Privatleuten oder Genossenschaften. Das geht zumindest aus einer Studie hervor, die auf der Internetseite die-buergerenergiewende.de zu[…] [mehr...]

Klimaretter-Dossiers

Atomkatastrophe Fukushima - Drei Jahre danach
Ästhetik der Energiewende - Alles verspargelt?
Sotschi 2014 - Winterspiele in den Subtropen
Koalitionsvertrag 2013 - Schlimmer als befürchtet
Volksentscheid in Hamburg - Rückkauf der Netze
Bundestagswahl 2013 - Energiewende auf der Kippe
Zukunft des EEG - Die Debatte zum "EEG 2.0"
EEG-Umlagebefreiung - Ausnahmen als Regel
Die Gesetze der Energiewende
 - Eine Analyse
Atomkraft nach Fukushima - Weltweites Innehalten 
25 Jahre Tschernobyl - Nichts gelernt aus dem GAU?
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E 10 und das Politikversagen - Wie es nun weitergeht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Gekippte Kohlekraftwerke - Ausgekohlt
Nordrhein-Westfalen-Wahl 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima ist Nebensache
Die Meseberg-Beschlüsse - Merkels Klimabilanz
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung

Klimakonferenz-Specials

Was Warschau wert ist - Meinungen und Analysen
Warschau November 2013 - COP 19 in Polen
Warschau-Countdown - Die Welt vor Warschau
Bonn Juni 2013 - Kein Sinn für Dringlichkeit
Was Doha wert ist - Meinungen und Analysen
Doha Dezember 2012 - COP 18 in Katar
Doha-Countdown - Die Welt vor Doha
Durban Dezember 2011 - COP 17 in Südafrika
Durban-Countdown - Die Welt vor Durban
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - COP 16 in Mexiko
Cancún-Countdown - Die Welt vor Cancún
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Kopenhagen Dezember 2009 - COP 15
Kopenhagen-Countdown - Vor dem Supergipfel 

Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznań Dezember 2008 - COP 14 in Polen
Bali Dezember 2007 - COP 13 in Indonesien


Werbung


Ressorts

Energie

Bild
Effizienz ersetzt Gasimporte

Die Abhängigkeit von russischen Erdgasimporten könnte in nur zehn Jahren drastisch reduziert werden – durch mehr Energieeffizienz [mehr...]
Protest

Bild
RWE-Aktionärstreffen blockiert

Die Jahreshauptversammlung des Energiekonzerns in der Essener Grugahalle wird von Protesten begleitet [mehr...]
Wirtschaft

Bild
Milliarden-Bescherung durch EEG-Umlage

Auf über 250 Millionen zusätzliche Euro kann sich der Finanzminister freuen – aus der Umsatzsteuer auf die steigende Ökostrom-Umlage [mehr...]
Mobilität

Bild
Klima-Abgabe auf 2017 verschoben

Die für dieses Jahr geplante Klimaabgabe auf internationale Flüge wird auf 2017 verschoben, beschloss das Europarlament [mehr...]
Forschung

Bild
Klimafreundlichere Kamele

Kamele stoßen beim Wiederkäuen weniger Methan aus als gedacht, ergibt eine schweizerische Studie [mehr...]
Umwelt

Bild
95 Prozent weniger sind möglich

Das Umweltbundesamt zeigt, wie Deutschland bis 2050 CO2-neutral werden soll – ohne große Veränderungen beim Lebensstil [mehr...]
Wohnen

Bild
Was in Ihrer Stromrechnung steckt

Mit einem neuem Online-Rechner lassen sich Steuern, Umlagen und Aufschläge ermitteln [mehr...]

Werbung


Meinungen

Kommentar

Foto
Tempolimit jetzt!

Schluss mit der Kuschel-Energiewende: Deutschland muss endlich anfangen, den Klimaschutz ernst zu nehmen. Statt immer nur über die Kosten zu reden, muss der sechstgrößte Klimasünder der Welt die Überlebensfrage stellen. Und schlüssig beantworten.
Ein Kommentar von Nick Reimer
[mehr...]
Standpunkte

Bild
Verspargelung? "Mehr Pragmatismus!"

Eine Gesellschaft auf Basis der Ökoenergien bedeutet eine umfassende Elektrifizierung der wesentlichen Lebensbereiche. Ohne neue Leitungen bräuchten wir mehr Kraftwerke und Speicher – also mehr Eingriffe. Statt über den Netzausbau zu lamentieren, sollten wir lieber über Design, Ausgleich und Beteiligungsformen reden. Teil 4 der klimaretter.info-Debatte zur Ästhetik der Energiewende.
Ein Standpunkt von Dieter Janecek, Landesvorsitzender der Grünen in Bayern
[mehr...]
Rezension

Bild
"Bitte bekommt keine Kinder"

Ein Fotojournalist aus dem Wendland ist nach Fukushima gereist. Herausgekommen sind 17.000 Bilder und 44 Reportagen, aus denen er ein eindrucksvolles Buch gemacht hat. Es zeigt, was in den meisten Fällen ausgeblendet wird: das Elend nach der Katastrophe. Teil 7 unserer Serie zum dritten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima
Eine Rezension von Lea Meister
[mehr...]
Kolumnen

Bild
Raus die Knete, gönnt euch was!

Es gibt einen neuen Megatrend: Konsumverzicht. Nun, da ihn auch der Spiegel aufs Titelblatt gehoben hat, reden endlich alle darüber. Doch eigentlich ist der Trend damit schon wieder vorbei. Demnächst kann man Verzichts-Ratgeber kaufen und für teures Geld Verzichts-Kurse buchen – und der Gegentrend steht auch schon vor der Tür. 
Eine Kolumne von Georg Etscheit
[mehr...]
Überraschung der Woche

Bild
Stilles Jubiläum, schreiende Ungerechtigkeit und Win-win-win

Kalenderwoche 14: Wie ein SPD-Energieminister die "offene Diskriminierung seiner Kernwählerklientel" bei der EEG-Reform rechtfertigen will, sei ihm völlig schleierhaft, sagt Gero Lücking, Vorstand für Energiewirtschaft beim Ökostrom-Anbieter Lichtblick und Mitherausgeber von klimaretter.info. [mehr...]