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Hunde, Schlagstöcke, Tränengas

Tausende Klimaaktivisten haben am Mittwoch versucht, den Tagungsort der Kopenhagener Klimakonferenz symbolisch zu stürmen - vergeblich. Die dänische Polizei setzte ihre harte Linie der vergangenen Tage fort und erstickte mit teils rabiaten Mitteln den zivilen Ungehorsam. Auf das Gelände des Bella Centers ist niemand gelangt. Auf dem Weg wurden rund 200 Demonstranten festgenommen. Die Demonstranten hatten sich gewaltfrei Zutritt zum Gipfel verschaffen wollen, um "15 Jahre ineffektive und ungerechte UN-Klimapolitik" zu kritisieren.

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Die Sitzblockade können diese Aktivisten schon - nur leider ist sie hier von der Polizei verordnet. (Foto: Werdermann)

Schon am Morgen hatten sich die Umweltschützer an verschiedenen Orten getroffen: Am Bahnhof Narnby versammelten sich ab 8 Uhr rund 3.000 Personen, um von dort aus auf einer angemeldeten Demonstrationsroute zum Konferenzgebäude zu laufen. Rund 200 Aktivisten haben sich um 9 Uhr am Bahnhof Orestad getroffen. Von dort aus ist das Bella Center nur eine Metro-Station entfernt.

Beide Protestmärsche gelangten nicht zum Ziel: Die Großdemo vom Narnby-Bahnhof kam zwar bis in Sichtweite des Konferenzgebäudes, dort versperrte die Polizei jedoch eine Brücke. Dabei setzte die Polizei auch Hunde, Tränengas und Schlagstöcke ein. Einzelne Demonstranten haben versucht, mit Luftmatratzen auf die andere Seite des Flusses zu gelangen. Dreien gelang es, sie wurden jedoch von der Polizei empfangen und sofort festgenommen.

Die 200 Aktivisten am Orestad-Bahnhof hatten es ähnlich schwer. Angemeldet war bloß eine Kundgebung, beim Aufbruch Richtung Bella Center bildete die Polizei eine Kette. Daraufhin wichen die Umweltschützer nach Westen aus, wurden auf einem Parkplatz aber von Polizisten mit Hunden zurückgedrängt. In der Nähe der Autobahn wurden mehrere Aktivistengruppen eingekesselt. Sie wurden gefesselt, mussten mehrere Minuten auf dem kalten Boden sitzen und wurden letztlich abtransportiert. Ein Klimaschützer wurde von zwei Zivilpolizisten festgenommen. Fast alle der 200 Aktivisten wurden so letztlich von der Polizei gestoppt.

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Umweltaktivisten werden nahe der Autobahn kontrolliert und anschließend gefesselt. (Foto: Werdermann)

In umgekehrter Richtung hingegen klappte es. 200 Umweltschützer und Indigene, die beim Klimagipfel offiziell akkreditiert waren, verließen gegen Mittag das Gebäude. Im Bella Center machten sie zuvor mit Trommeln, Gesang und "Reclaim the Power"-Rufen auf sich aufmerksam. Draußen wollten sie eigentlich ihre Mitstreiter aus den beiden Demonstrationszügen treffen, doch die Polizei versperrte auch ihnen eine vier Meter breite Brücke. Sie soll auch mit Knüppeln auf die Aktivisten eingeschlagen haben, berichtet ein Teilnehmer.

Der ursprüngliche Plan: Auf einer "People's Assembly" treffen sich die Protestler von innen und außen. Dort wollten die Umweltschützer Alternativen zur herrschenden Klimapolitik  diskutieren und "falsche Lösungen" für die Klimakrise kritisieren - beispielsweise Gentechnik oder Agrotreibstoffe. Diese Versammlung wurde von den Organisatoren kurzerhand auf den Endpunkt der Großdemonstration verlegt. Die Leute von der Konferenz waren allerdings nicht dabei.

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Die 200 Aktivisten im Bella Center sorgen für Aufregung. (Foto: Messina)

Ob sie morgen wieder in die Konferenz eingelassen werden, ist unklar. Bereits vor einigen Tagen ist bekanntgeworden, dass während der letzten Tage kaum noch NGO-Vertreter ins Gebäude dürfen. Heute wurde bereits der kompletten Delegation von Friends of the Earth der Zutritt verwehrt.

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