Mannheim: Stromwechselkampagne "Ciao MVV"
Nachdem in den vergangenen Tagen Kraftwerksprojekte in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) und Dörpen (Niedersachsen) gekippt sind, erhöhen die Gegner des geplanten Kohlemeilers in Mannheim nun den Druck. Mit einer Stromwechselkampagne unter dem Motto "Ciao MVV" soll die Kundenbasis des örtlichen Energieversorgers geschwächt werden, der zu knapp 30 Prozent am geplanten 911-MW-Kohleprojekt beteiligt ist. "Mehr als zwei Jahre haben wir argumentiert - auf dem Klimagipfel in Kopenhagen werden derzeit alle Argumente bestätigt", erklärte Matthias Weyland vom Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). "Wenn sich die Klimasünder nicht bewegen, müssen wir sie dort treffen, wo sie es merken.“
"Angesichts täglich neuer Hiobsbotschaften der Klimawissenschaftler ist es unverantwortlich", so Ursel Risch von dem Bündnis "100 Pro Energiewende", mehr als "1,2 Milliarden Euro in eine klimaschädliche Technologie von vorgestern stecken zu wollen." Der Wechsel zu einem "echten Ökostrom-Anbieter" sei "die effektivste Demonstration für mehr Klimaschutz". Mit großen Bannern und einer eigenen Internet-Seite soll nun die Mannheimer Öffentlichkeit zu diesem Schritt bewegt werden.
Auch den juristischen Weg verfolgen die Kraftwerksgegner weiter. Der BUND hatte bereits im September eine Klage gegen die Baugenehmigung angekündigt. Die BUND-Anwälte von der Kanzlei Phillipp-Gerlach/Teßmer haben nach eigenen Angaben "erhebliche Mängel" aufgespürt, unter anderem beim Lärmschutz und den Schadstoffemission. Am Freitag dieser Woche soll die Klage öffentlich vorgestellt werden.
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