Die EU will auf die Tube drücken
"Was bislang auf dem Tisch liegt, reicht nicht, um das zwei-Grad-Ziel zu erreichen": Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren ist frustriert über die zähen Verhandlungen in Kopenhagen. Geht es in dem Tempo weiter, so Carlgren, werde es bis zum Ende des Weltklimagipfels keinen Erfolg geben.

Ein bisschen mehr Geschwindigkeit wäre nicht schlecht, findet der schwedische Umweltminister.
Vor allem die USA und China müssen demnach deutlich mehr in die Waagschale werfen. Das sah EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am Samstag ähnlich: Die bereits am Freitag neu eingebrachten Vertragstexte seien zwar ein Fortschritt, an ambitionierten Klimazielen mangele es jedoch weiterhin. "Die EU macht vor, wie es geht", sagt Dimas.
Dass die Verhandlungen in Kopenhagen in der ersten Woche wenig Fortschritte gemacht haben, sei jedenfalls kaum ein Fehler der EU: "Wir sind offen und flexibel", sagt Dimas.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sieht die EU als Vorreiter. (Fotos: Messina)
Beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag wurden 2,7 Milliarden Euro an Klima-Soforthilfen für die Entwicklungslaender beschlossen. Die Gelder sollen jedoch teilweise auf bereits zugesagte Summen angerechnet werden. Zudem gab es keine Beschlüsse zu den langfristigen Finanzhilfe.
Auch eine Erhöhung des Klimaziels von 20 auf 30 Prozent gegenüber 1990 sei zwar diskutiert worden - die EU macht das von einem Erfolg in Kopenhagen abhängig: "Zu diesem Zeitpunkt wäre das jedoch so etwas wie ein billiger Ausverkauf." Die EU wolle den Druck auf die anderen Staaten bewusst aufrecht erhalten. Das ist Teil des Endspiels, sagt Carlgren: "Genauer gesagt: Das wird wohl erst in den letzten Stunden von Kopenhagen entschieden."
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