USA lehnen Kompromiss ab, Japan macht Druck
Die USA haben einen Kompromissvorschlag für die künftigen Klimavereinbarungen zurückgewiesen. Die am Nachmittag vorgelegten Texte seien "in vielen Punkten konstruktiv", so US-Chefunterhändler Todd Stern. Es gehe aber nicht, dass die Industriestaaten laut Vertragstext ihre Emissionen senken müssen, während die Entwicklungsländer dies nur sollen. "Es ist ein technischer Punkt, aber ein wichtiger", zitierte die Nachrichtenagentur AFP Stern. "Wir können die Verhandlungen nicht auf dieser Basis beginnen."
Japan versucht unterdessen Druck auf China und die USA aufzubauen. Nach einem Bericht der Agentur Reuters sagte Umweltminister Sakihito Ozawa in Tokio kurz vor seiner Abreise zum UN-Gipfel, sein Land werde das Angebot einer 25-prozentigen Treibhausgas-Reduktion bis 2020 zurücknehmen, wenn es nicht für die beiden weltgrößten Emittenten verbindliche Pflichten gebe. Der neue japanische Ministerpräsident, Jukio Hatoyama, hatte bei seinem Amtsantritt im September das Klimaschutzziel seines konservativen Vorgänger deutlich aufgestockt - wenn aber China und die USA nicht im Kopenhagen-Deal erfasst werden, werde man "überhaupt keine Zahl" mehr nennen.
Auch Russland macht seine Emissionszusagen von Voraussetzungen abhängig - und fordert offenbar Geschenke für den Zusammenbruch seiner Wirtschaft nach 1990. Ein Berater von Präsident Medwejew sagte in Moskau vor Journalisten, man wolle die "überschüssigen" Emissionssenkungen Russlands aus dem Kyoto-Protokoll in die Zeit nach 2012 übertragen. "Das ist eine unserer Bedingungen." Ähnliche Forderungen erheben auch andere osteuropäische Staaten, deren Emissionen nach 1990 stark gesunken sind, etwa Polen.
Foto: cop15.dk
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