BMW verabschiedet sich von Wasserstoffantrieb
BMW verabschiedet sich von der Wasserstofftechnologie. Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, wachsen bei dem Münchner Konzern die Zweifel an diesem prinzipiell umweltfreundlichen Antriebskonzept. "Es wird vorerst keine neue Wasserstoff-Testfloette geben", zitiert das Blatt den BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger.
Jahrzehntelang hatten sich - auch deutsche - Automobilkonzerne auf die Forschung an Wasserstoffantrieben konzentriert, doch die großen Durchbrüche blieben aus. Zwar kann Wasserstoff schadstofffrei verbrannt werden, aber die Erzeugung ist bislang sehr energieaufwändig. Die lange favorisierten Brennstoffzellen haben sich in mobilen Anwendung kaum bewährt, und die einfache Verbrennung in konventionellen Motoren ist wenig effizient. Trotzdem hat gerade BMW immer wieder mit seiner Wasserstoffforschung zweifelhafte Werbung gemacht - auch beim gerade beginnenden Klimagipfel in Kopenhagen dienen die "Hydrogen 7"- Vorzeigefahrzeuge wieder zur Imageverbesserung.
BMW will sich nun offenbar auf realistischere Optionen konzentrieren. "Die Verbesserung der Verbrennungsmotoren und die Entwicklung alternativer Antriebe soll Vorfahrt haben", schreibt das Handelsblatt. Nach dem Ausstieg aus der teuren Formel 1 ist dies die zweite strategische Umweltentscheidung des Konzerns, der wie alle Konkurrenten in der Krise unter Kostendruck steht. "Wir haben uns klare Profitabilitätsziele gesetzt", sagte BMWEntwicklungschef Draeger. "Dazu gehören auch effiziente Prozesse in Forschung und Entwicklung".
Andere Unternehmen wollen die Wasserstofftechnologie aber offenbar weiterfolgen. "Das ist gut für die Umwelt und die Menschen. Genau darum wollen wir diese Technologie so schnell wie möglich zur Marktreife bringen", zitiert die Wirtschaftszeitung Daimler-Chef Dieter Zetsche. Und Wolfgang Reitzle, Chef des weltweit führenden Wasserstoff-Lieferanten Linde, sagte dem Blatt: "Die Wasserstofftechnologie stand noch nie so kurz vor dem Durchbruch wie heute."
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