Votet jetzt!
Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Klima-Aktionstag: Merkel im Aquarium

Mit einer spektakulären Aktion in Berlin hat die Klima-Allianz die Bundesregierung zu größeren Anstrengungen beim Klimaschutz aufgefordert. Vor dem Brandenburger Tor wurde eine Verhandlungsrunde beim Klimagipfel nachgestellt. Den Spitzenpolitikern stieg dabei das Wasser bis zum Hals.

05_05-12-2009_klimaaktionstag_klima-allianz.jpg
Großer Andrang bei den Klimaverhandlungen unter Wasser. (Fotos: Klima-Allianz)

Am Montag beginnt in Kopenhagen der zweiwöchige Weltklimagipfel. Dort soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden, das 2012 ausläuft. Ob dies gelingt, ist jedoch fraglich. Bislang verliefen die Verhandlungen sehr schleppend, eine Einigung ist noch nicht in Sicht.

An diesem Samstag haben daher Umweltorganisationen zu einem Aktionstag aufgerufen, um Druck zu machen für konkrete Ergebnisse in Kopenhagen. Die Klima-Allianz - ein Zusammenschluss von über 100 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen - hat in Berlin ein Aquarium in Größe etwa eines Autos nachgebaut. Darin wurden die Klimaverhandlungen zwischen den Staats- und Regierungschefs nachgespielt. US-Präsident Barack Obama, Chinas Regierungschef Hu Jintao, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Abdoyale Wade, Präsident des Senegals, saßen an einem Verhandlungstisch. Sie redeten und redeten, während im Aquarium der Wasserspiegel stieg - bis zum Hals. Die Aktion stoppte mit dem Appell "Act now - Klimaschutz jetzt!"

10_05-12-2009_klimaaktionstag_klima-allianz.jpg

Reduktionsziele und Finanzierungszusagen unzureichend

Die Organisatoren kritisierten, die bisherig vorliegenden Klimaschutzziele seien mangelhaft. "Die USA müssen mehr anbieten als nur 3 bis 4 Prozent weniger Emissionen bis 2020", sagte Tina Löffelsend, Klima-Expertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch die Europäische Union (EU) müsse ihr Klimaziel deutlich erhöhen, wissenschaftlich notwendig seien mindestens 40 Prozent Reduktion. Bislang möchte die EU ihre Emissionen um 20 Prozent senken, bei einem internationalen Abkommen um 30 Prozent. Löffelsend: "Es gibt keine Alternative zu drastischen Emissionsminderungen, wenn wir den Klimawandel stoppen und katastrophale Folgen verhindern wollen." 

Auch die Hilfszusagen an Entwicklungsländer reichten nicht aus, so die Klima-Allianz. Deutschland beispielsweise möchte keine zusätzlichen Gelder bereitstellen. Stattdessen soll die Finanzierung von Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen auf die bereits seit langem versprochene Entwicklungshilfegelder angerechnet werden. Dadurch habe die deutsche Regierung die Entwicklungsländer "düpiert", kritisiert Thomas Hirsch, Klima-Experte von "Brot für die Welt", einer Mitgliedsorganisation der Klima-Allianz.

Aktionen auch in anderen Städten

Auch in anderen europäischen Hauptstädten fanden am Samstag Aktionen für mehr Klimaschutz statt. In London waren nach Angaben der Veranstalter 10.000 Demonstranten auf der Straße. Die Polizei sprach gar von 20.000. In Brüssel haben 13.000 Menschen ein ambitioniertes Klima-Abkommen in Kopenhagen gefordert. In Wien formten Greenpeace-Aktivisten eine Uhr, auf der es 5 vor 12 ist. Damit sollte auf die "prekäre Klimasituation" aufmerksam gemacht werden.

In Hamburg ist der Klimaschutz ins Fußballstadion eingezogen: Das Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem TSG 1899 Hoffenheim stand ebenfalls unter dem Motto "Act now - Klimaschutz jetzt". In der Halbzeitpause wurde der Kurzfilm "Die Rechnung" gezeigt. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) war ebenfalls anwesend. In Duisburg haben sich am Samstagmorgen ein paar Dutzend Umweltaktivisten vor dem Kohlekraftwerk Walsum versammelt und symbolisch einen Eisbären verbrannt. klimaaktionstag09_kkw_walsum_bmer.jpg
Umweltschützer demonstrieren vor dem Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum. (Foto: Bömer)

Die Berliner Aktion kann auch bei youtube angesehen werden.

Diesen Text mit einem Klick honorieren:    [Erklärung]

Guter Journalismus kostet

Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.

Spendenkonto

Empfänger
Klimawissen e. V.
Kontonummer
1136852100
Bankleitzahl (BLZ)
430 609 67
 
GLS Gemeinschaftsbank
IBAN
DE63 4306 0967 1136 8521 00
BIC
GENO DE M 1 GLS
 

Werbung

Werbung

Meinungen: Standpunkte

"Altmaier muss die Energiewende retten"

Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]

Meinungen: Überraschung der Woche

Röttgens Täuschung, Altmaiers Fahrrad und Merkels Verantwortung

Kalenderwoche 20: Fachlicher Kompetenz führt nicht dazu, ein politisches Amt zu begleiten. Aber das ist leider ein allgemeiner Trend, findet Michael Müller, SPD-Politiker und -Vordenker und Mit-Herausgeber von klimaretter.info: In der Politik kommt es heute mehr auf das Management von Macht an als auf eine programmatische Idee. [mehr...]

mehr...

Jahrestag
Das Fukushima-Dossier

11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab.  [mehr]


Aktion des Monats

Europa ohne Atomkraft

Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr]

Zu Ihrem Vorteil

Klimaretter abonnieren!

Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...]

Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende

Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende   Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]


Lexikon

Das ABC der Klimaretter

Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr]

Klimaretter-Beichtstuhl

Erleichtern Sie sich!

Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...]

Werbung

Vattenfall: Einfach schlecht vorbereitet

Es gibt Werbekampagnen, die so schlecht sind, dass man sich fragt, wie sie jemals zustande kommen konnten. Ist die Agentur zu blöd? Wollen die Chefs, die die Kampagne abnehmen, ihre Firma bewußt schädigen? Ist das Produkt so miserabel, dass es[…] [mehr...]

Klimaretter-Dossiers

Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs

Klimakonferenz-Specials

Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13


Werbung


Ressorts

Energie


Neue solare Rekorde

In Spitzenzeiten tragen Photovoltaikanlagen mittlerweile mit einer Leistung von 19.000 Megawatt zur Stromversorgung bei [mehr...]
Protest


Anti-Kohle-Camp in Schottland

Britische Klimaschützer mobilisieren gegen den Kohlebergbau in Douglas Valley [mehr...]
Wirtschaft


Nabucco schrumpft

Statt wie ursprünglich geplant 3.300 Kilometer könnte die Erdgasleitung nur 1.300 Kilometer lang werden [mehr...]
Mobilität


Deutscher Flugverkehr drastisch angestiegen

Seit 2000 hat sich die Zahl der Flugpassagiere in Deutschland um knapp 40 Prozent erhöht [mehr...]
Forschung


60 heißeste Jahre des Jahrtausends

Die letzten sechs Dekaden sind in der Region Australasien die wärmsten des vergangenen Jahrtausends gewesen, bilanzieren Wissenschaftler [mehr...]
Umwelt


Total: Gasleck ist jetzt dicht

Schon nach zwölf Stunden meldet der französische Konzern den Erfolg seiner Abdichtungsmaßnahmen in der Nordsee [mehr...]
Ernährung


Klima-Fußabdruck für Rindfleisch

Die genossenschaftlich organisierte Firma Westfleisch: je Kilogramm entstehen 15,3 Kilogramm CO2-Äquivalente [mehr...]

Werbung


Meinungen

Kommentar


Treffer Röttgen - aber nicht versenkt

Er wollte Karriere über den Umweg der Provinz machen - und ist gescheitert. Nun fordert die Opposition seinen Rücktritt. Der aber wird nicht kommen.
Ein Kommentar von Nick Reimer
[mehr...]
Standpunkte


"KWK aus dem Schattendasein holen"

 Der Bundestag beschließt ein neues Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz: Schon wieder aber wird die dezentrale und hocheffiziente Mini-KWK-Technologie stiefmütterlich behandelt, analysiert Oliver Krischer, Sprecher der Bündnisgrünen für Energie- und Ressourceneffizienz in seinem Standpunkt. [mehr...]
Rezension


Die Radio-Aktivisten

Seit über 30 Jahren gab es in Japan keine solchen Demonstrationen: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat auch das politische Bewusstsein der Bevölkerung geändert. Der Dokumentarfilm "Radioactivists" versucht die neue Anti-AKW-Bewegung zu verstehen.
Eine Rezension von Felix Werdermann
[mehr...]
Kolumnen

nick3
930 Euro für Angela Merkel

Mehr Geld für die Kanzlerin ist gut und richtig. Jetzt sollten als nächstes die Bezüge der Abgeordneten angehoben werden! Vielleicht hilft das ja, die Qualität der angebotenen Politik zu verbessern. [mehr...]
Überraschung der Woche


Röttgens Täuschung, Altmaiers Fahrrad und Merkels Verantwortung

Kalenderwoche 20: Fachlicher Kompetenz führt nicht dazu, ein politisches Amt zu begleiten. Aber das ist leider ein allgemeiner Trend, findet Michael Müller, SPD-Politiker und -Vordenker und Mit-Herausgeber von klimaretter.info: In der Politik kommt es heute mehr auf das Management von Macht an als auf eine programmatische Idee. [mehr...]