EU-Umweltminister: Kopenhagen wird Meilenstein
UN-Klimasekretariatschef Yvo de Boer rechnet in Kopenhagen mit einem Erfolg: Beim Weltklimagipfel in zwei Wochen werde es ein "sehr spezifisches" Abkommen geben, so der Boer nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP am Montag beim Treffen der EU-Umweltminister in Brüssel. De Boer war extra zum Treffen der Umweltminister gereist, um noch einmal Druck auf die EU zu machen.

Klimakonferenz in Poznan, Dezember 2008: Ein Jahr später steht ein Erfolg in Kopenhagen auf der Kippe. (Foto: Reimer)
Damit es zu einem Erfolg in Kopenhagen kommt, erwartet de Boer von den Industrienationen verbindliche Zusagen zur angestrebten Reduktion von Treibhausgasen. Auch bei den Finanzhilfen für Klimaschutz in Entwicklungsländern müssten konkrete Summen genannt werden - unter anderem von der Europäischen Union, so de Boer.
Die hat nämlich in ihrer gemeinsamen Position für den Weltklimagipfel einige Fragen großzügig offen gelassen. Zugesagt ist zwar, dass die EU bis 2020 ihren Kohlendioxid-Ausstoß um 20 Prozent unter den Stand von 1990 drücken will - und dieses Angebot auf 30 Prozent erhöht, wenn es zu einem internationalen Klimaabkommen kommt.
In Sachen Finanzierung aber sind alle wesentlichen Entscheidungen zum Anteil der EU an den Klimabeihilfen für die Länder des Südens auf Kopenhagen vertagt worden. Auch die Verteilung innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten ist noch stark umstritten.
Daran änderte auch das letzte formelle Umweltminister-Treffen vor Kopenhagen nichts: In Brüssel fielen keinerlei konkrete Beschlüsse - weswegen es auch kein neues Angebot gibt, dass Dynamik in die Verhandlungen bringen könnte. Statt dessen rief Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren die USA und China auf, mit konkreten Angeboten nach Dänemark zu reisen. Und die werden dann wiederum die EU aufrufen, mit konkreten Finanzangeboten nach Kopenhagen zu reisen, und so weiter. Kopenhagen sei "nicht ein Schritt, sondern der wesentliche Schritt, ein Meilenstein für den Klimaschutz", betonte Carlgren nach dem Treffen der EU-Minister. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte nach dem Treffen, in Kopenhagen müssten "die Würfel fallen". Wieviele Milliarden Klimaschuld-Tilgung die Bundesregierung auszugeben gedenkt, sagte Röttgen aber auch nicht.
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