Merkel und Obama fahren nach Kopenhagen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will persönlich am Klimagipfel in Kopenhagen teilnehmen. In ihrer Regierungserklärung am Dienstag in Berlin sagte Merkel, ein neues Klimaabkommen sei von zentraler Bedeutung für die Zukunft des Planeten.
"Ein Misserfolg in Kopenhagen würde die internationale Klimapolitik um Jahre zurückwerfen", so die Kanzlerin. Verbindliche Abmachungen, die eine Begrenzung der Erderwärmung um zwei Grad bis Ende des Jahrhunderts gewährleisten, seien unerlässlich. Sie werde sich persönlich für das neue Klimaabkommen einsetzen und - bei Aussicht auf Erfolg - selbstverständlich auch selbst teilnehmen.
Allerdings sei die Europäische Union im Hinblick auf Kopenhagen bereits in Vorleistung gegangen, so Merkel weiter. Die EU hat bis 2020 eine Treibhausgas-Reduktion von 30 Prozent gegenüber 1990 in Aussicht gestellt. Beim letzten EU-Gipfel hatten sich die Mitgliedsstaaten zwar zur Anerkennung des Finanzbedarfs armer Länder bei Klimaschutz und Anpassung geeinigt, den konkreten Beitrag der EU jedoch noch offen gelassen: "Jetzt erwarten wir Beiträge von den USA und Ländern wie China und Indien".
Obama: Yes, maybe we can
US-Präsident Barack Obama stellte seine Teilnahme an der COP15 in Kopenhagen am Montag ebenfalls in Aussicht. "Ich bin überzeugt, dass wir auf einem guten Weg zu einem bedeutsamen Vereinbarung sind", wird der Präsident von der Nachrichtenagentur AFP zitiert. Ein klares Ja zum Weltklimagipfel im Dezember ist das natürlich nicht, und das obwohl der Präsident im Dezember ohnehin "in der Gegend" ist: Am 10. Dezember wird ihm in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen - unter anderem für seine Leistungen im Klimaschutz. Teilnehmen an der COP15 in Kopenhagen werde er persönlich, "wenn meine Präsenz für einen Erfolg der Konferenz einen Unterschied macht", so Obama.
In den USA tobt derzeit ein Kampf um ein umfangreiches Klimagesetz, das Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent unter den Stand von 2005 senken soll. Über den Entwurf war erst in der vergangenen Woche - trotz Boykotts der Republikaner - im Umweltausschuss des Senats positiv abgestimmt worden. Wann das Gesetz verabschiedet werden kann, ist jedoch aufgrund des großen Widerstands noch unklar. Im US-Repräsentantenhaus war ein ähnlicher Entwurf bereits im Juni verabschiedet worden.
US-Außenministern Hillary Clinton zeigte sich am Dienstag gegenüber MDR Info dagegen zuversichtlich, dass der derzeit im US-Senat diskutierte Klimagesetzesentwurf noch vor der Klimakonferenz in Kopenhagen verabschiedet wird. "Wir gehen davon aus, dass es ein fruchtbares Ergebnis geben wird", so Clinton.
Die Schlagzeilen um 13 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Überraschung der Woche
Transparenz, EEG und die Ananas des Herrn Großmann Kalenderwoche 5: Was steckt hinter dem Solarbashing des Wirtschaftsministers?, fragt sich Matthias Willenbacher, Gründer des Unternehmens juwi und Mit-Herausgeber von klimaretter.info [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Frostiges Missverständnis Erderwärmung und sibirische Kälte - wie passt das zusammen? Leider viel zu gut.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
INSM: Der Schwindel vom grünen Wachstum
Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) ist eine Lobbyorganisation, die vor gut zehn Jahren vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet wurde. Mit einem Jahresetat von – nach eigenen Angaben – derzeit gut sieben Millionen Euro versucht sie Stimmung zu machen für eine[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13






