Studie: Europa profitiert vom Klimaschutz
Auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen muss Europa Vorreiter sein, empfiehlt eine neue Studie des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), des WWFs, des Allianz-Konzerns und einiger weiterer Institute in ihrem Bericht RECIPE (Report on Energy and Climate Policy in Europe). Klimaschutz mache sich auch wirtschaftlich bezahlbar, sagen Forscher. Oberstes Gebot sei jedoch ein entschiedenes Handeln. Ab 2020 schliesse sich das Handlungsfenster für ambitionierten Klimaschutz ganz.
"Für Europa macht sich der rechtzeitige Einstieg in einen umfassenden Klimaschutz sogar im Alleingang bezahlt," sagte Ottmar Edenhofer, Chefökonom des PIK. Neben einem ambitionierten selbst verordneten Klimaschutzprogramm müsse ein umfassender Technologietransfer in die Entwicklungsländer angeschoben werden. Beides verringere die weitaus höheren Folgekosten eines möglichen Temperaturanstiegs von mehr als zwei Grad. Dazu müssen allerdings auch kohlenstoffintensive Industrien wie Kohlekraftwerke vermieden werden.
So eher nicht - Kohlekraftwerk Lippendorf
Speziell in vier Feldern gebe es verstärkt Handlungsbedarf. Erneuerbare Energien und die "erprobte Kohlendioxid- Abscheidungs- und Speichertechnologie (CCS)" müssen weltweit verfügbar gemacht werden. Ziel sei die "vollständige Dekarbonisierung des Energiesektors".
Elektromobilität und nachhaltig angebaute Biomasse sollen vergleichbare Resultate in Verkehr und Transport erzielen. In der Industrie baut man auf langfristige Maßnahmen – erst im Investitionszyklus nach 2020 sollen durch neue Anlagen Emissionsreduktionen erreicht werden. Auch die Landwirtschaft muss umbauen. Hier rät man zu stickstoffarmen Düngern und einer geringeren Viehhaltung, so die Studie.
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