De Boer hakt Kopenhagen schonmal ab
UN-Klimasekretariatschef Yvo de Boer sieht keine Chance mehr für ein verbindliches Abkommen in Kopenhagen. Die Zeit sei zu knapp, so de Boer am Mittwoch in Bonn. Wichtig sei jedoch, dass im Dezember eine „umfassende und starke politische Vereinbarung" getroffen werde.
39 Tage bis Kopenhagen: Bis Dezember müsse sich die Weltgemeinschaft auf das Herzstück einer internationalen Vereinbarung einigen, so de Boer nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Das beinhalte auch konkrete Zahlen zur Treibhausgasminderung der Industrieländer und zur Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern.
Für de Boer heißt das vor der letzten Vorbereitungskonferenz für die Kyoto-Nachfolge vom 2. bis 6. November in Barcelona mehr denn je Tempo machen: Die Unmöglichkeit, bis Kopenhagen ein vollständiges verbindliches Abkommens zu erreichen, habe sich schon bei der Klimakonferenz in Polen deutlich abgezeichnet. Für 2010 dürfen nach dem Willen des UN-Klimasekretariatschefs allenfalls zu klärende Details übrig bleiben.
Im Hinblick auf die Europäische Union macht sich de Boer dabei offenbar weniger Sorgen. Und zwar dank Angela Merkel, die am Mittwoch frisch zur alten neuen Kanzlerin vereidigt wurde: „Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir mit ihrem Engagement eine starke EU-Position in Kopenhagen sehen werden", ließ de Boer gegenüber der dpa verlauten und verwies auf ihre konstruktive Rolle beim Zustandekommen des Kyoto-Protokolls 1997.
Unter Beweis stellen kann Merkel das prompt am Donnerstag und Freitag dieser Woche beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel. Der Gipfel müsse auch Klarheit über die Finanzierung von Klimaschutz in Entwicklungsländern bringen, so der UN-Klimasekretariatschef. Bislang hat die EU - inklusive Merkel - das Festschreiben konkreter Summe lieber vermieden. De Boer: "Ohne echte Zusagen ist ein Abkommen nicht zu erreichen".
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