Studie: Keine Stromlücke in Sicht
Für eine sichere Stromversorgung braucht Deutschland weder längere Laufzeiten von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlemeier. Was sich statt dessen durch die Konkurrenz konventioneller und erneuerbarer Energieträger klar abzeichnet, ist ein gravierender Systemkonflikt. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesumweltministerium geförderten Studie des Solar-Insituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor, die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin vorgestellt wurde.
Keine Kluft, keine Brücke: „Die Atombrücke in Deutschland endet Anfang der 2020er Jahr - alles was danach kommen soll, sind Geschenke an die marktbeherrschenden Energiekonzerne", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die Energiestudie zeichne nach, dass die durch den gesetzlich festgelegten Atomausstieg abgeschalteten Großkraftwerke bis 2020 durch den Ausbau der Erneuerbaren und die Ergänzung durch flexible Gaskraftwerke ersetzt werden können.
Für die Entwicklung einer zukunftsfesten und klimaschonenden Stromversorgung sind verlängerte Reaktorlaufzeiten und neue Kohlekraftwerke ein Hindernis: Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne könne nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankendem Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen, so die DUH.
Von einem gesunden Strommix mit Atom und Kohlestrom sowie Erneuerbarn könne deshalb keine Rede mehr sein, kritisiert die DUH in Richtung Schwarz-Gelb. Union und FDP zitieren die „Stomlücke" regelmäßig herbei, um längere Laufzeiten zu rechtfertigen. „Ab sofort geht es nicht mehr um Sowohl-als-auch, sondern um Entweder-Oder“, sagt Gerd Rosenkranz von der DUH.
Die Studie „Struktur und Dynamik einer Stromversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energieerzeuger - Energiestudie (Zwischenbericht, Stand August 2009) finden Sie HIER
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