UBA: Keine Stromlücke - auch mit Klimaschutz
Die Stromlücke wird es auch in Zukunft nicht geben - selbst mit Atomausstieg und ohne den Zubau neuer Kohlekraftwerke. Das ist Ergebnis der aktuellen Studie „Klimaschutz und Versorgungssicherheit" des Umweltbundesamtes (UBA).
Atom- und Kohlekraftwerke erzeugen vor allem Grundlaststrom. Gerade nach diesem unflexibel regelbaren Strom bestünde kein Bedarf. Das gelte selbst unter konservativen Annahmen zum Ausbau der erneuerbaren Energien und der Kraftwärmekopplung (KWK) sowie zur Entwicklung des Stromverbrauchs in den nächsten Jahren.

Der Strommarkt müsste demnach grundlegend umgebaut werden. So könne die von allen Parteien angestrebte Versorgungssicherheit auch mit den Zielen des Klimaschutzes verbunden werden. "Entscheidungen, die wir heute über die weitere Entwicklung des Kraftwerksparks treffen, wirken mindestens bis zur Mitte des Jahrhunderts. Daher sollten wir bereits heute die richtigen Weichen für eine nachhaltige Entwicklung stellen", heißt es in der Studie. Auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten hätte diese Weichenstellung positive Auswirkungen.
Die Maßnahmen, die die Publikation des UBA in diesem Zusammenhang nennt, sind die flexible Nachfragesteuerung durch das sogenannte Smart Grid, die Senkung der Stromnachfrage insgesamt durch Effizienzsteigerungen und der Zubau von schnell regelbaren Kraftwerken mit Kraftwärmekopplung. Außerdem müssten kurzfristige Stromimporte und -exporte akzeptiert werden, um Lastspitzen auszugleichen. Die Laufzeiten der bestehenden fossilen Kraftwerke sollten laut UBA verlängert werden - neue Kohlekraftwerke, die mit Abstand am meisten Kohlendioxid emitieren, könnten nicht 40 Jahre laufen, da bis zur Mitte des Jahrhunderts 80 bis 95 Prozent CO2 in Deutschland eingespart werden müssten.
Die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid in unterirdischen Speichern wäre keine nachhaltige Alternative, da die Technik frühestens - wenn überhaupt - 2020 großtechnisch einsatzfähig wäre, solche Kraftwerke trotzdem noch CO2 ausstoßen würden und die Speicherkapazitäten dafür sehr begrenzt wären.
Die Studie steht im Original und in Kurzfassung als Download auf den Seiten des Umweltbundesamtes zur Verfügung.
klimaretter.info/jz
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