Arktis: Drittkleinste Eisdecke seit Messungsbeginn
In der Arktis geht mit den kürzer werdenden Tagen auch die Saison der Eisschmelze zu Ende. Bereits am 12. September registrierten Satellitenaufnahmen das Minimum in der diesjährigen Meereisbedeckung: Sie liegt im Nordpolarmeer bei nur noch 5,1 Millionen Quadratkilometern.
Das Rekordminimum wurde im Jahr 2007 mit einer Fläche von 4,1 Millionen Quadratkilometern erreicht. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven sehen in den diesjährigen Messungsergebnissen die Bestätigung für den Trend der letzten drei Jahre: Die Eisausdehnung erreicht demnach am Ende des Sommers nur noch etwa 70 Prozent des Mittelwertes der Jahre 1979 bis 2000 - dieser liegt bei knapp sieben Millionen Quadratkilometern.
"Der Anteil mehrjährigen dicken Eises ist inzwischen soweit zurückgegangen, dass die sommerliche arktische Meereisbedeckung sehr viel empfindlicher auf atmosphärische Anomalien reagiert als noch vor zehn oder zwanzig Jahren", sagt AWI-Meereisphysiker Rüdiger Gerdes. Eine Rückkehr zu historischer Eisausdehnung von über sieben Millionen Quadratkilometern, wie sie bis Ende der 1990er Jahre noch regelmäßig auftrat, sei nicht zu erwarten.
Laut US-Schnee- und Eis-Datenzentrum (NSIDC) ist die in diesem Jahr gemessene Eisfläche die drittkleinste seit 1979 und dem Beginn der Sattelitenmessungen. Den US-Wissenschaftlern zufolge wird dich das Schrumpfen der arktischen Sommereisdecke in den kommenden Jahren weiter fortsetzten. Erstmals hat in der vergangenen Woche auch ein deutsches Handelsschiff die frei gewordene Nordostpassage vor der Küste Sibiriens durchqueren können.
(Foto: NSIDC)
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