Erneuerbare und Atomkraft beißen sich
Die Branche der Erneuerbaren boomt. Damit das so bleibt, erklärte die Deutsche Umwelthilfe heute in Potsdam, dass man die politischen Energiestrategie der letzten Jahre beibehalten und fortentwickeln müsse „Alle Parteien fordern im Wahlkampf erfreulicherweise mindestens eine Verdoppelung von Strom aus Erneuerbaren Energien binnen zehn Jahren. Aber das wird nicht funktionieren, wenn gleichzeitig die Atomkraftwerke weiterlaufen und neue Kohlekraftwerke errichtet werden“, erklärte Gerd Rosenkranz, der Leiter Politik und Presse der Deutschen Umwelthilfe auf einer gemeinsamen Presskonferenz mit brandenburger Unternehmen am heutigen Freitag.

Erneuerbare Energien sind der Jobmotor für die ostdeutschen Bundesländer
Der DUH glaubt, dass ein Ausstieg aus dem Atomausstieg und eine Verlängerung der Reaktorlaufzeiten „kontraproduktiv“ für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien ist. Denn auf längere Sicht komme es zu einem „Systemkonflikt“ zwischen dem „unstet anfallenden Strom aus Wind und Sonne einerseits und Atomkraftwerken“ andererseits, die immer dieselbe Menge Strom liefern würden und schlecht hoch- und runtergeregelt werden könnten. Dasselbe gelte auch für große Kohlekraftwerke.
Erneuerbare Energien sind in Brandenburg wie in vielen ostdeutschen Bundesländern ein boomender Sektor . David Wortmann, der Leiter des Hauptstadtbüros des Solarmodul-Herstellers First Solar GmbH, erklärte heute in Potsdam, er wünsche sich von der Politik, dass diese das „bewährte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fortführe und weiter entwickle“.
In Brandenburg wird neben der Förderung der Erneuerbaren auch die Braunkohle von der Politik protegiert: Frank Weise, Geschäftsführer der Vestas Blades Deutschland GmbH, die Windrad-Rotorblätter herstellt, forderte die Politiker in Bund und Länder auf die industriepolitischen Interessen Brandenburgs in Zukunft noch nachdrücklicher zu vertreten. Denn auch hier sei klar: Die Kohle rechne sich nicht mehr. Die Wirtschaftlichkeit der Braunkohle-Verstromung werde spätestens ab 2013 deutlich unter Druck geraten, wenn 2013 die nächste Periode des Emissionshandels beginne.
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