Eine kleine Suche nach der Klugheit

Aus Berlin von SARAH MESSINA UND NICK REIMER
Der Berliner Hauptbahnhof, am Samstag, den 5. September. Es ist windig, und schon 14.15 Uhr. Und obwohl wirklich alles auf Regen hindeutet, ist die Protest-Strecke verstopft. Als die letzten Demonstranten loslaufen können ...

sind die ersten schon am Brandenburger Tor.
50.000 Menschen ziehen durchs Regierungsviertel der Hauptstadt, allen voran die Trecker, die seit einer Woche aus dem Wendland gen Berlin rollten.

Bunt ist der Zug, und manche Parolen sind bekannt...

andere aber auch ganz neu:

Auf Transparenten oder Plakaten gibt es mal Charmantes,

auf anderen sehr Provokantes.

Mal sind die Slogans geklaut,

mal sind sie sehr lokal.

Auf anderen gibt es ausgesprochen Derbes:

Bis kurz vor 16 Uhr dauerte es - also zwei Stunden - bis der bunte Zug sein Ziel - den Kundgebungsplatz vor dem Brandenburger Tor - erreichte. Oh ja, bunt und laut war der Zug:

Mal mit Musik und Tanz - hier vor den Abgeordneten-Büros der gewählten Volksvertreter. Mal schweinemäßig hochmotorisiert:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz beeindruckte durch zahlenmäßige Masse

die Grüne Liga durch Transparenz:

Greenpeace klotzte natürlich wie immer!

Auch Partei-Blöcke zogen durch Berlin, sehr zum Leidwesen der Veranstalter, die immer wieder Zurückhaltung von den Fahnenträgern forderten, weil dies doch eine Demo der Bürger und ihrer Initiativen sei und die Parteien nicht wirklich die passende Politik zum Demomotto machten: "Mal richtig abschalten".

Das aber ficht die Bündnisgrünen nicht an:

genauso wenig wie die SPD, die ihren Wunschkoalitions-Partner gleich in ihrem Block mit marschieren lies.
Und tatsächlich keimte am Reichstag angesichts des Zuspruchs zu dieser Demonstration manche Hoffnung:

... wenn die Realität unter der Überschrift "Dem deutschen Volke" nach der Wahl zum nächsten Bundestag wohl auch eher Schlimmstes zu befürchten läßt.

Aber noch ist die Phantasie groß genug, von einer anderen Konstellation zu träumen - zumindest lassen das die Outfits der Demonstranten vermuten:

Paket als Hut oder Klebeband auf dem Mund

und dann gabs ja schließlich schon einmal Demonstrationen, die alles, wirklich alles änderten:

50.000 Menschen also zogen durch Berlin, die Polizei sprach von Zehntausenden.

Nicht mitgezählt dabei waren natürlich die Vierbeiner.
Alle vereint in Gedanken über die Energiezukunft, die Wirtschaftszukunft, die Atommüll-Zukunft. Und darüber, was es heißt wirklich klug aus der Krise herauszukommen.

HIER geht es zu den Stimmen, die wir-klimaretter.de am Rande der Demo gesammelt hat.
HIER geht es zum Blog des Treckerzuges aus dem Wendland.
HIER gibt es den Blog zur Campact-Suche nach dem Endlager.
UND HIER gibts den verbalen Hintergrund.
(Fotos: Reimer, Messina)
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