Ökosysteme aufs Messers Schneide
Der Zwischenbericht des Forschungsprojekts TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) hält natürliche Ökosysteme der Erde für einen der wichtigsten, noch nicht mobilisierten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel. Etwa fünf Milliarden Tonnen (15 Prozent des weltweiten Ausstoßes von Kohlendioxid) werden jährlich allein von den Wäldern absorbiert oder 'sequestriert. Wälder stellen auch Leistungen wie etwa Trinkwasser, die Stabilisierung des Bodens, Nährstoffe für die Landwirtschaft, Möglichkeiten für Ökotourismus sowie Nahrung, Fasern und Brennstoffe bereit - die allesamt eine wichtige Pufferfunktion erfüllen, um anfällige Bevölkerungsgruppen vor den Auswirkungen des bereits in Gang befindlichen Klimawandels zu schützen.
Bereits heute sei aufgrund ders Anstiegs der Treibhausgaskonzentration ein „Korallenriff-Notstand" bereits Realität geworden, warnt der Bericht. Durch steigende Temperaturen und zunehmende Versauerung kann es bei einer Kohlendioxid-Konzentration von mehr mehr als 350 parts per million (ppm) zu irreversiblen Schäden der Korallenriffe kommen. Heute liegt die Konzentration jedoch bereits über diesem Grenzwert. Pendelt sich der Wert auf einem Niveau von 450 ppm ein (das bedeutet eine Erhöhung der globalen Durschschnittstemperatur um etwa zwei Grad), könnte das innerhalb weniger Jahrzehnte zur vollständigen Vernichtung eines der wichtigsten Ökosysteme führen.
Die Verluste wären gewaltig: Korallenriffe liefern jährlich Ökosystemdienstleistungen in Milliardenhöhe und sind gleichzeitig die Existenzgrundlage von einer halben Milliarde Menschen. "Die Ökosystemleistungen der Korallenriffe - die vom Küstenschutz bis zu Fischzuchtanlagen reichen - haben einen Wert von bis zu 170 Milliarden US-Dollar pro Jahr", sagt Studienleiter Pavan Sukhdev.
TEEB fordert die Regierungen auf, sich zum Beispiel für ein waldbezogenes Emissionshandelspaket einzusetzen, um die weitergehenden Vorteile der verschiedenen Ökosysteme zu aktivieren. Das könnte den Weg frei machen, für eine neue 'Grüne Wirtschaft' im 21. Jahrhundert, in der naturbezogene Güter fester Bestandteil der allgemeinen Wirtschafts- und Politikplanung sind.
Mehr zum Bericht des TEEB finden Sie HIER
(Foto: K.Staud)
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