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"Der Erfolg von Kopenhagen ist gefährdet"

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Die einwöchigen UN-Zwischenverhandlungen um ein neues Klimaschutzabkommen sind am Freitag in Bonn ohne Ergebnis beendet worden. Umweltorganisationen kritisieren, der Erfolg der entscheidenden Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen wird aufs Spiel gesetzt.

Seit Montag waren knapp 2.000 Delegierte aus rund 190 Ländern erneut in Bonn zu den "August Informals" zusammengekommen. Das Intermezzo war offenbar nötig, um den 200 Seiten starken Entwurf eines Verhandlungstexts hinter verschlossenen Türen weiter zu straffen. Am Ende der Verhandlungswoche ist der Text jedoch noch immer nicht wesentlich kürzer, sagt UN-Klimasekretariatschef Yvo de Boer. Wenigstens in Sachen Strukturierung sei man jedoch "vereinzelt" weitergekommen.

Mehr Lob wußte selbst de Boer am Ende der inoffiziellen Konferenz nicht zu formulieren. Stattdessen aber knappe und deutliche Worte: "Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es in Kopenhagen keinen Erfolg geben", so der Klimasekretariatschef. Bis zur entscheidenden Konferenz im Dezember seien es nur noch 15 Verhandlungstage.

Auf dem Weg zur Mogelpackung

Enttäuscht sind auch Umwelt- und Entwicklungsorganisationen: Die Verhandlungen kommen in eine gefährliche Situation, sagt Christoph Bals von Germanwatch: Die Unzufriedenheit der Entwicklungsländer über unzureichende Klimaschutz- und Finanzierungsangebote der reichen Länder spiele großen Industrieländern wie Kanada, Russland und auch den USA in die Hände, "die sich freuen würden, in Kopenhagen mit einer unverbindlichen politischen Erklärung statt einem verbindlichem Vertrag davon zu kommen."

Durch monatelange Hinhaltetaktik der Industriestaaten ist der Verhandlungszug beinahe zum völligen Stillstand gekommen, sagt auch Antje von Broock vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Noch immer liegen keine angemessenen Kohlendioxid-Reduktionsziele auf dem Tisch: "Nach dem jetzigen Verhandlungsstand kommen gerade mal 13 bis 20 Prozent CO2-Reduktion bis 2020 zusammen. 40 Prozent sind jedoch für den weltweiten Klimaschutz notwendig, so von Broock.

Die Klimakonferenz in Kopenhagen wird zum Flop, wenn die Industriestaaten nicht ambitioniertere Ziele vorlegen, kritisiert auch Martin Kaiser von Greenpeace International. "Ohne die Führung der reichen Länder droht Kopenhagen zu einer grünen Mogelpackung zu werden." 

UN-Vollversammlung soll Tempo machen

Auf Führungsstärke setzt auch UN-Klimasekretariatschef de Boer:  Die positiven Impluse des letzten G8 und MEF-Treffens im italienschen Aquila seien bislang nicht konstruktiv in die UN-Verhandlungen eingebracht worden. Auf dem von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ausgerichteten Klimagipfel der Staats- und Regierungschefs im September in New York müsse ein Erfolg in Kopenhagen entschieden vorangebracht werden. De Boer: "Die Gelegenheit zu einem internationalen Klimaschutzabkommen in Kopenhagen verstreichen zu lassen ist schlichtweg unverantwortlich".

(Foto: Messina)


Einen Zeitplan zu den kommenden Monate auf dem Weg nach Kopenhagen finden Sie HIER

Mehr zu den vorangegangenen Klimakonferenzen in den Dossiers zu Bali (Dezember 2007), Posznan (Dezember 2008) und Bonn (Juni 2009)

 

 

 

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