Gabriel kritisiert Kraftwerks-Standort Emden
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat sich bei seinem Besuch des Ökowerkes in Emden am Donnerstag gegen das vom dänischen Energiekonzern Dong Energy geplante Kohlekraftwerk ausgesprochen. Wie bereits eine Woche zuvor im Mecklenburg-Vorpommerschen Lubmin kritisierte Gabriel Kohlekraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als höchst ineffizient und nicht akzeptabel.

Mai 2009: Protest gegen das geplante Dong-Kohlekraftwerk
Die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland sieht sich damit in ihrer Forderung nach dem Stopp der Planungen des riesigen Kohlekraftwerks bestätigt. Jetzt sei der Gemeinderat am Zug das Projekt mit kommunalrechtlichen Mitteln zu verhindern, so BI-Sprecher Uwe Loers.
"Minister Gabriel hat erkannt, dass neue Kohlekraftwerke nicht nur ökologisch falsch sind, sondern dass sie im Vergleich zu Erneuerbaren Energien auch wahre Arbeitsplatzkiller sind, die langfristig nicht ökonomisch betrieben werden können", sagt auch Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums für Umwelt und Entwicklung und Mitglied des SprecherInnenrates der Klima-Allianz. Die von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier entworfene Vision Millionen neuer grüner Arbeitsplätze ließe sich mit neuen Kohlekraftwerken nicht realisieren.
Die Kraftwerksgegner fordern vom Umweltminister, sich nicht auf der Ablehnung zweier Kraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung auszuruhen, sondern auch die weiteren 19 derzeit geplanten Kohlekraftwerke in Deutschland ablehnen: "Werden diese Kraftwerke gebaut, kann die Bundesregierung ihre eigenen Klimaschutzziele nicht einhalten", so Maier.
Der dänische Staatskonzern Dong Energy plant in Emden und Lubmin Kohlekraftwerke mit einer Leistung von jeweils 1.600 Megawatt. Im KWK-starken Dänemark würde aller Voraussicht nach keines der beiden Projekte genehmigt werden - weshalb der Konzern für seine Pläne jenseits der eigenen Landesgrenzen scharfe Kritik einstecken muss. Zuletzt von Umweltminister Gabriel: Der bezeichnete den Standort Lubmin als "hochproblematisch".
(Foto: BI Saubere Luft Ostfriesland)
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