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Warm, wärmer, am wärmsten

Das UN-Klimasekretariat hat Bilanz über den Zwischenstand der Arbeitsgruppe AWG-KP unter dem Kyoto-Protokoll gezogen. Derzeit würde bis 2020 eine Gesamtreduktion von 15 bis 21 Prozent angepeilt.

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Antiheld der letzten Klimakonferenz in Bonn war Japans Premier Aso, der ein Reduktionsziel von 14 Prozent gegenüber 2005 ankündigte. Den ersten Fossil of the Day der "August Informals" bekam dagegen Neuseeland. (Foto: Messina)

In Bonn diskutieren derzeit mehr als 2.000 Delegierte aus rund 190 Ländern über ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll. Der Weltklimarat hatte in seinem jüngsten Sachstandsbericht berechnet, dass zum Abwenden der schlimmsten Folgen des Klimawandels die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad beschränkt werden müsse. Um das zu erreichen, müssten Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.

Die bisher im Rahmen eines neuen Klimaabkommens vorgebrachten Zahlen liegen jedoch mit insgesamt 15 bis 21 Prozent noch nicht annähernd in diesem Bereich. Bislang bieten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die Europäische Union, die Schweiz, Norwegen und Liechtenstein die größten Reduktionen an. Am wenigsten ambitioniert stachen bislang Canada, Japan, Belarus und Russland hervor.

Allerdings sind die Klimaziele nicht unbedingt auf den ersten Blick vergleichbar. Oft gibt es sowohl wenn als auch aber: Die EU etwa hat Ende 2008 in ihrem Klimapaket festgeschrieben, ihre Emissionen um 20 Prozent zu senken und nur dann auf 30 Prozent zu erhöhen, wenn auch andere Industrieländer auf der entscheidenden Klimakonferenz in Kopenhagen entsprechende Reduktionsverpflichtungen eingehen. Etwa die Hälfte der Kohlendioxid-Einsparungen kann sich die EU zudem über Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern "erkaufen". Wenig hilfreich sind zudem die unterschiedlichen Referenzjahre 1990 und 2005, auf die sich die einzelnen Länder zuweilen beziehen.

Gar nicht mit einberechnet in die vorläufige Bilanz der Reduktionsziele sind die USA. Die haben das Kyoto-Protokoll nie ratifiziert. Und einen Push für die Gesamtbilanz würden die US-Ziele auch nicht wirklich bringen: In Aussicht gestellt wurde, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 auf das Level von 1990 zurückzuschrauben.

UN-Klimasekretariatschef Yvo de Boer hatte bereits auf der letzten Klimakonferenz in Bonn im Juni gesagt, die angebotenen Reduktionsziele seien "meilenweit" von den Forderungen der Wissenschaft entfernt. Seit Juni sind kaum neue Zahlen dazugekommen: Erst am Montag hatte auch Neuseeland mit einem wenig ambitionierten Klimaziel von 10 bis 20 Prozent (abhängig von verschiedenen Faktoren) gegenüber 1990 diese "Tradition" fortgesetzt. 

 

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