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Die hundert Verliererstaaten des Klimawandels

So mancher in den Industriestaaten witzelt, er habe nichts gegen den Klimawandel - mildere Winter seien doch prima. Wie zynisch eine solche Haltung ist, zeigt ein Blick in ein kurzes Arbeitspapier über die Verlierer des Klimawandels, das pünktlich zum Bali-Gipfel von Experten des International Institute for Environment and Development (IIED) und der London School of Economics (LSE) veröffentlicht wurde. "Gut eine Milliarden Menschen in hundert Ländern stehen vor einer düsteren Zukunft", lautet gleich der erste Satz. 

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Vor allem die ärmsten Länder zählen zu den Verlierern des Klimawandels. (FOTO: FAO)

"Die hundert Verlierer des Klimawandels" sind demnach für 3,2 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Zum Vergleich: die USA blasen 23 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre, die Länder der Europäischen Union 25 Prozent und China 15 Prozent (Stand 2003). Gleichwohl werden die "Verliererstaaten" besonders hart von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Ihnen drohen "häufigere und stärkere Extremwetterereignisse", die "zu chronischen Hungersnöten oder zu Auswanderungswellen führen", warnen die Experten. 

In der Studie werden drei verschiedene Kategorien für Verliererstaaten genannt:

  1. Besonders schwach entwickelte Länder, denen das Geld für Schutzmaßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels fehlt;
  2. insbesondere Staaten in Afrika, dem Kontinent, der laut Weltklimarat am stärksten verwundbar ist durch die Erderwärmung;
  3. Kleine Inselstaaten, deren Territorium durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht wird

Einige Länder aus der Hunderter-Liste gehören auch zwei oder gar alle drei Gruppen an, beispielsweise die Komoren oder Guinea-Bissau. Aber auch Urlaubsparadiese wie die Malediven, Mauritius oder die Bahamas oder Mittelmeerländer wie Malta, Zypern, Algerien und Ägypten werden genannt. 

Die Autoren, Saleemul Huq und Jessica Ayers, betonen, dass die Industrienationen eine besondere Verantwortung für die hundert Verliererstaaten tragen, in denen zusammen mehr als eine Milliarde Menschen leben. "Falls die Länder und Regionen, die am meisten ausstoßen, es nicht hinbekommen, starke Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, könnten die Folgen für die meistverwundbaren Länder schon in den nächsten beiden Jahrzehnten katastrophal sein", heißt es in dem Arbeitspapier. 

Folgende Länder stehen in der Liste der hundert Verlierer des Klimawandel:

Betroffen als unterentwickelte Länder
Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, Laos, Burma, Nepal, Jemen;

Betroffen als kleine Inselstaaten
Antigua und Barbuda, Aruba, Bahamas, Bahrain, Barbados, Belize, Cookinseln, Kuba, Zypern, Dominica, Dominikanische Republik, Fidschi, Grenada, Guyana, Jamaika, Malta, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Niederländische Antillen, Niue, Palau, Papua-Neuguinea, St. Vincent und Grenadinen, Singapur, Tokelau, Tonga, Trindad und Tobago, Amerikanische Jungferninseln;

Betroffen als afrikanische Staaten
Algerien, Botswana, Kamerun, Elfenbeinküste, Ägypten, Gabun, Ghana, Kenia, Libyen, Namibia, Nigeria, Republik Kongo, Südafrika, Swasiland, Tunesien, Simbabwe;

Doppelt betroffen als unterentwickelte Länder und kleine Inselstaaten
Haiti, Kiribati, Malediven, Samoa, Salomoninseln, Tuvalu, Vanuatu, Osttimor;

Doppelt betroffen als afrikanische Staaten und kleine Inselstaaten
Mauritius, Seychellen;

Doppelt betroffen als afrikanische Staaten und unterentwickelte Länder
Angola, Benin, Burkina Faso, Burundi, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Äquatorialguinea, Eritrea, Äthiopien, Gambia, Guinea, Liberia, Lesotho, Madagaskar, Mali, Mauretanien, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tansania, Togo, Uganda, Sambia;

Dreifach betroffen als afrikanische, unterentwickelte und kleine Inselstaaten
Kapverden, Komoren, Guinea-Bissau, Sao Tome und Principe.
 

klimaretter.info/alf


Das Papier als pdf-Datei finden Sie hier.  

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