US-Windenergiemarkt boomt
Das vierte Jahr in Folge ist der US-amerikanische Windenergiemarkt 2008 der am schnellsten wachsende der Welt gewesen. Die USA haben erstmals Deutschland als größten Windenergiestandort abgelöst. Das geht aus einer Studie des US-Energieministeriums und des Lawrence Berkeley National Laboratory (Berkeley Lab) hervor.
Windräder in Dänemark. (Foto: Messina)
Demnach wurde die Windenergieleistung im vergangenen Jahr um 60 Prozent oder 8.558 Megawatt (MW) ausgebaut - das entspricht 42 Prozent der 2008 insgesamt neu ans Netz gegangenen US-Kraftwerkskapaziäten. Der Zubau betrug exakt 5.132 Windenergieanlagen. Insgesamt trug Windkraft damit zu zwei Prozent zur Stromversorgung der USA bei. Zum Vergleich: in Deutschland betrug dieser Anteil 2008 bereits knapp acht Prozent - bei nur 1.665 MW neu installierter Leistung.
"Die US-Windindustrie hat ein überragendes Jahr hinter sich", heißt es im 2008 Wind Technologies Market Report, "ein weiteres Mal wurden selbst die optimistischen Wachstumsprognosen übertroffen." In den USA waren am Ende des Jahres 25.369 MW installiert, in Deutschland 23.933 MW - und hierzulande hat sich der Zubau in den vergangenen Jahren stark abgeschwächt. Auch der Markt in China wächst schnell: Anlagen mit einer Leistungsfähigkeit von 6.246 MW sind dort hinzugekommen, installiert waren am Ende des Jahres 12.121 MW.
Von allen geplanten Kraftwerken in den USA sind mit großem Abstand am meisten Windkraftanlagen in Vorbereitung. Projekte mit einer Gesamtleistung von knapp 300 Gigawatt sind in verschiedenen Stadien der Planung. Auch wenn voraussichtlich nicht alle diese Projekte realisiert werden, haben sie einen doppelt so großen Umfang wie die an zweiter Stelle folgenden Gaskraftwerke.
Aufgrund der Wirtschaftskrise werden nach Ansicht der Autoren der Studie 2009 weniger Windkraftanlagen realisiert als 2008. Sie gehen davon aus, dass die Kraftwerksleistung in diesem Jahr nur um 4.400 bis 6.800 MW steigen wird. Für das Jahr 2010 gehen sie jedoch wieder von einem neuen Rekord aus. Zwischen 10.000 und 12.000 MW soll der Ausbau betragen.
Der größte Hersteller von Windenergieanlagen in den USA war 2008 General Electric (GE), mit 3.657 MW installierter Leistung hat der Konzern einen Marktanteil von 43 Prozent. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren jedoch zugunsten der Wettbewerber kontinuierlich gesunken. An zweiter Stelle stand 2008 der dänische und weltweit größte Windradhersteller Vestas (1.120 MW), der auch viele Produktionsstätten in Deutschland betreibt. Es folgen Siemens (791 MW), Suzlon aus Indien (738 MW), Gamesa aus Spanien (616 MW), das amerikanische Unternehmen Clipper (595 MW) und Mitsubishi aus Japan (516 MW). Neu hinzugekommen auf dem amerikanischen Markt sind das spanische Unternehmen Acciona (410 MW) und REpower mit Sitz in Hamburg (102 MW).
Das Berkeley Lab ist eine Forschungseinrichtung des US-Energieministeriums mit Sitz in Berkeley, Kalifornien. Die Studie und weitere Quellen können von dieser Seite des US-Energieministeriums heruntergeladen werden.
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