Mainzer Kohlekraftwerks-Baustelle besetzt
Vor wenigen Minuten besetzten zirka 20 Menschen die Baustelle des geplanten Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue in Mainz. Mit mit großen Transparenten machen Sie auf die verheerenden globalen Folgen klimaschädlicher Kohlekraftwerke aufmerksam. Sie fordern die sofortige Energiewende - „aber richtig“ - und nicht so wie von den Stadtwerken propagiert. „Kohle für Euch, Dreck für uns, Fluten für den Rest“ – steht auf einem Banner, unter dem Motto „Hier bauen wir – niemand sonst“ errichteten sie ein 4 Meter hohes Windrad. Dies steht als Symbol dafür, dass große langfristige Investitionen im Energiebereich nur auf die Erneuerbaren setzen dürfen, sollen sie wirtschaftlich, gesundheitlich und vor allem sozial und ökologisch vertretbar sein.
Gleichzeitig weisen die AktivistInnen mit Ihrer Aktion darauf hin, dass es bislang keine relevante Bautätigkeit auf dem Gelände gibt. Die KMW-AG hat zwar vorläufige Teilbaugenehmigungen – Fakt ist aber, dass juristische Klärungen noch ausstehen und die Finanzierung völlig ungesichert ist. Über die wenigen kürzlich angelaufenen und hinter Sichtschutz stattfindenden Arbeiten am Schornstein wollen sich die AktivistInnen vor Ort ein genaueres Bild machen.
In der Ingelheimer Aue will das örliche Stadtwerk mit dem aus Wiesbaden für etwa eine Milliarde Euro ein Steinkohlekraftwerk mit einer Stromerzeugungskapazität von 800 Megawatt errichten. Das Kraftwerk Mainz/Wiesbaden ist besonders umstritten, weil es ein schon bestehendes effizientes Gaskraftwerk ersetzen soll. Mehr als 60.000 Einwendungen waren dagegen eingegangen, große Beteiligungen an Demonstrationen wie zuletzt Ende Mai und zuletzt das eindeutige komunale Wahlergebnis Anfang Juni haben die Verantwortlichen zuletzt unter Druck gesetzt. Stadtratsmehrheiten gegen den Bau gibt es sowohl in Wiesbaden als auch in Mainz. Die besetzer argumentieren deshalb: "Die Art, wie die Verantwortlichen darüber hinweggehen, zeigt eine tiefe Missachtung an demokratischer Prinzipien – und das, wo Stadtwerke doch eigentlich für ihre Bürgerinnen und Bürger da sein sollten".
Aktuelle Informationen werden auf http://twitter.com/kkw_aktionen bekannt gegeben.
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