Schweden zwingt Vattenfall zum Kohleausstieg
Schwedens Regierung hat ambitionierte Ziele für den Klimaschutz - und sieht sich durch die Aktivitäten des staatseigenen Konzerns Vattenfall dabei behindert. Umweltminister Andreas Carlgren sagte hierzu, seine Regierung strebe den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe an - und wünsche sich, dass dies auch in Vattenfalls Firmenpolitik stärker zum Ausdruck kommt.
Proteste gegen Vattenfall-Kohlekraftwerk in Moorburg
Vattenfall setzt vor allem in Deutschland auf den Ausbau der Kohlekraft. Neben dem Bau des Kraftwerks in Hamburg-Moorburg ist der Konzern am Bau eines Kohlekraftwerks im holländischen Eemshavenzu beteiligt. In Brandenburg betreibt Vattenfall mit Jänschwalde die drittgrößte Kohledioxid-Schleuder Europas. Dazu kommen die Kraftwerke Schwarze Pumpe und Boxberg in Sachsen, dass Vattenvall gerade ausbaut. Vattenfall mehrere Braunkohle-Tagebaue, im Moment beginnt das Verfahren zur Erschließung des neuen Tagebau-Feldes Welzow-Süd II.
Umweltminister Carlgren wollte am Dienstag keine konkreteren Angaben machen, welche Maßnahmen seine Regierung gegenüber Vattenfall plane. Da der Konzern zu 100 Prozent Eigentum des schwedischen Staates ist, könnte die schwedische Politik die Firmenpolitik auch direkt beeinflussen. (Link: swissinfo.ch: Schweden kritisiert Vattenfall wegen Kohlekraft)
Wirtschaftsministerin Maud Olofsson schloss sich am Mittwoch der Kritik an. In einem Interview mit der Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter" kündigte sie Regierungsweisungen in Bezug auf die "Umstellung auf umweltfreundliche Technik, die Wertschöpfung sowie einen besseren Schutz von Vattenfall als Markenname" an.
Vattenfalls Kraftwerk Jänschwalde: Der Inbegriff einer Klimasünde. FOTOS: Gegenstrom08, Reimer
Die schwedischen Minister reagierten mit ihren Äußerungen auf einen Bericht von Dagens Nyheter, nach dem Vattenfalls öffentlich propagiertes Streben nach "klimaneutraler" Stromerzeugung bis 2050 ein "Umweltbluff" sei. In Wirklichkeit gebe das Unternehmen lediglich 28 Prozent seiner Investitionen zwischen 2009 und 2013 für erneuerbare Energien aus. Der Löwenanteil der veranschlagten 54,3 Milliarden Kronen (über 5 Milliarden Euro) werde in die Erneuerung und den Ausbau von Atom- und Kohlekraftanlagen gesteckt.
Vattenfall hatte jüngts erst für seine firmeneigene Klimapolitik einen Preis bekommen: Mehrere Umweltorganisationen "ehrten" Vatttenfall mit dem "Klima-Grünwäscher- Preis 2009" («Climate Greenwash Awards 2009») für "meisterhafte Verdrehungen beim Klimaschutz". In der Urteilsbegründung heist es: "Das Unternehmen stellt sich selbst als Klima-Champion dar, während es in Wirklichkeit auf Kohle, Atomkraft und Pseudolösungen wie Biobrennstoffe und unterirdischer Kohlendioxid-Lagerung (CCS) setzt."
Hanno Böck
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