USA schleifen Obamas Klimaziele
Die Ziele der US-Regierung zur Treibhausgasreduktion werden heruntergeschraubt: Statt um 20 Prozent sollen die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 17 Prozent gegenüber 2005 gesenkt werden.
Darauf hat sich der Energieausschuss des Repräsentantenhauses geeinigt und damit massiver Kritik der Industrie nachgegeben. Wie die Financial Times Deutschland in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, hält der federführende Demokrat Henry Waxman mit dem Kompromiss die größte Hürde zur Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes für überwunden.
Im April hatten die US-Demokraten einen Gesetzesentwurf zur Begrenzung von Abgasen und der Reduzierung von Emissionen vorgelegt, der eine Reduktion von 20 Prozent vorsah. Der Kompromiss senkt dieses Ziel nun auf 17 Prozent: Gegenüber dem Jahr 1990 werden die Treibhausgas-Emissionen demnach nur um vier bis fünf Prozent gesenkt. Zum Vergleich: Die EU will bis 2020 ihren Treibhausgasausstoß um 20 Prozent senken. Im Rahmen eines internationalen Kopenhagen-Abkommens soll dieses Ziel auf 30 Prozent erhöht werden.
Auch beim Handel mit Verschmutzungsrechten werden für die US-Klimagesetzgebung nun Abstriche gemacht: An Stelle einer vollständigen Versteigerung sollen Stromerzeuger 35 Prozent der Emissionsrechte kostenlos erhalten. Der Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 wurde ebenfalls von 25 auf 15 Prozent gesenkt.
Das Gesetz überhaupt durchzubringen, sei allerdings aus Sicht vieler US-Umweltexperten bereits ein Erfolg, berichtet die FTD. Erst am Mittwoch hatte der britische Ökonom und Klimaexperte Nicholas Stern bei einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Barroso in Brüssel die Klimaziele der USA jedoch als zu wenig ambitioniert kritisiert.
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