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Kartografie des aufkeimenden Protests

Mit der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) soll Kohlendioxid künftig abgeschieden und unterirdisch verpresst werden. Das, so versprechen es RWE, Vattenfall & Co, mache aus Kohlekraftwerken "saubere" Energieproduzenten. Durch das geplante CCS-Gesetz, dass derzeit in Bundestag und Bundesrat diskutiert wird und noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden soll, wird die Technologie auch aus Steuergeldern mitfinanziert. 

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Eine von vier Kartenansichten: In Blau die Wahlkreise in denen für die CO2-Speicherung diskutierte geologische Formationen liegen
  Grafik: Eurosolar
 

"Deutschland ist kein Abenteuerspielplatz von RWE und Vattenfall", warnt Hermann Scheer, Präsident des Verbands Eurosolar. Der Transport von Kohlendioxid quer durch das Land sei ebenso wie die unterirdische Endlagerung von Kohlendioxid eine Bedrohung der Zivilitsation über Jahrtausende. 

Nach den Plänen soll die Kohlendioxid-Pipeline von einem Rwe-Braunkohlekraftwerk in Hürth bei Köln durch teilweise dicht besiedelte Gebiete Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins bis an die Nordsee vor der Insel Sylt oder in Richtung Ostsee nach Ostholstein verlaufen. Durch ein mehrere hundert Kilometer langes, einen halben Meter dickes Rohr will der Energiekonzern tonnenweise Kohlendioxid in bis zu tausend Meter tiefe unterirdische Endlager pumpen. 

Eurosolar hat dazu eine interaktive Landkarte veröffentlicht, auf der dargestellt ist, wo die Transportleitung entlanggeführt werden könnte. Berührt wären 30 Landkreise vom Rhein-Erft-Kreis bis zum schleswig-holsteinischen Nordfriesland sowie 32 Bundestagwahlkreise. In einer zweiten Karte ist skizziert, in welchen Landstrichen die Interessenten an Abtrennung und Endlagerung von CO2 aus Kohlekraftwerken – hautsächlich Rwe und Vattenfall – unterirdische Speichermöglichkeiten vermuten. Hiervon sind 63 Landkreise betroffen. Das "Planspiel" beruht auf Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie des Informationszentrums Klima (IZ Klima). 

"Unsere Absicht ist, frühzeitig darauf hinzuweisen, in welchen Regionen und Orten sich Proteste und Widerstand gegen die Absichten der Energiekonzerne erheben werden", sagt Eurosolar-Präsident Scheer: "Es wäre fatal, mit risikoreichen unterirdischen Giftspeichern eine überholte Energieversorgung aus unflexiblen Großkraftwerken fortzusetzen und die Kohle zu privilegieren". Stattdessen müsste Erneuerbaren Energien Vorrang eingeräumt werden. Unterirdische Kohlendioxid-Speicher würden allerdings die Entwicklung von Geothermie behindern. 

Machen Sie sich selbst ein Bild von der C02-Pipeline und möglichen weiteren Gebieten für die CO2-Speicherung: Mit einem Klick HIER 

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