Erster Spatenstich am Frankfurter Flughafen
Erster Spatenstich für den Bau der vierten Landebahn am Frankfurter Flughafen: Vier Robin Wood Kletterer seilten sich am Freitag morgen von einer Bahnbrücke ab, die den Kelsterbacher Wald durchschneidet. Der symbolische Baubeginn findet statt, während verschiedene Klageverfahren gegen den Ausbau des Flughafens vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof noch laufen. Auch der Entscheid der Kelsterbacher BürgerInnen über den Verkauf des Waldes steht noch aus.
"Klimaschutz statt Kahlschlag-Party" - Für den Bau der neuen Landebahn sollen insgesamt 300 Hektar Bannwald fallen, ein großer Teil davon ist bereits gerodet. Damit wurden ein wichtiger Klimaregulator, der Lebensraum vieler, teilweise bedrohter Tierarten, ein wichtiges Naherholungsgebiet und natürlicher Schallschutz bereits zerstört, kritisiert Robin Wood.
Fraport will mit der Landebahn Nord-West die jährlichen Flugbewegungen von 500.000 auf 750.000 steigern, technisch möglich wären bis zu einer Million Flugbewegungen. Die Folgen für das Klima wären immens. "Je ungestörter der Ausbau vonstatten geht, desto rücksichtsloser wird Fraport in der Region zu Werke gehen", sagt Robin Wood Aktivist Alex Valerius.
Ungestört fand die Inszenierung des ersten Spatenstichs mit Ministerpräsident Roland Koch und Fraport-Vorstand Wilhelm Bender jedenfalls nicht statt: Die vier KletterInnen wurden per Hubwagen geräumt, eine Sitzblockade wurde durch Wegtragen aufgelöst. Die Polizei ging dabei laut Robin Wood gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vor: Zwei Kletterseile wurden von der Polizei durchgeschnitten, damit wurde einem Kletterer der Abstieg im Gefahrenfall unmöglich gemacht.
Die Wahl des Datums für den symbolischen Baubeginn ist zudem von historischer Brisanz: Ausgerechnet am Tag der Befreiung von den Nazis den Spatenstich zu feiern weckt unangenehme Erinnerungen und zeugt von "einer furchtbaren Schlussstrich-Mentalität", so Robin Wood Verkehrsreferentin Monika Lege: Die erste Rollbahn des heutigen Rhein-Main-Airports wurde von KZ-Zwangsarbeitern gebaut.
UmweltaktistInnen hatten von Mai 2008 bis Februar diesen Jahres Teile des inzwischen gerodeten Kelsterbacher Waldes besetzt. Auch mit dem Spatenstich ist der Protest noch lange nicht abgehakt: Im Sommer wird ein Klimacamp der Region einen Besuch abstatten.
FOTO: Robin Wood
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