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Bürgerinitiative gegen Kohlendioxid-Verpressung

Eine neu gegründete Bürgerinitiative wendet sich gegen die Verpressung von Kohlendioxid aus Braunkohlekraftwerken in der Lausitz. Vattenfall plant in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland die Einlagerung von Kohlendioxid ab 1.200 Metern Tiefe. Der Verein "CO2-Endlager-Stoppen" startete am Donnerstag mit 27 Gründungsmitgliedern und wendet sich gegen die Einlagerung von Millionen Tonnen Kohlendioxid in salzwasserführenden, porösen Gesteinsschichten unter Städten, Gemeinden und Naturschutzgebieten. 

Bundestag und Bundesrat diskutieren in diesem Monat das umstrittene CCS-Gesetz, mit dem Rahmenbedingungen für die Kohlendioxid-Abschiedung und Verpressung geschaffen werden sollen. Mit CCS (Carbon Capture and Storage), so werben die Konzerne, könnten Kohlekraftwerke künftig "sauberen" Strom erzeugen. 

Die Technologie befindet sich derzeit jedoch noch in der Erforschung – mit ungewissem Ausgang. Experten rechnen jedoch frühestens in 15 Jahren mit einem möglichen Einsatz im großen Rahmen. Weshalb Umweltverbände den Gesetzesentwurf, der nach dem Willen der Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden soll, scharf kritisieren: Insbesondere die ungelöste Endlagerfrage steht im Kreuzfeuer der Kritik am CCS-Gesetz. 

Am Mittwoch hatte selbst der Sachverständigenrat für Umweltfragen vor einem übereilten CCS-Gesetz gewarnt: Vor Ort potentieller Lagerstätten sei "zu erwarten, dass die Akzeptanzprobleme (auch aufgrund der Erfahrung der Bevölkerung mit der Planung von atomaren Zwischen- und Endlagern) besonders groß sein werden", heißt es in dem Bericht der Regierungsberater. 

In der Lausitz regt sich nun eine Bürgerbewegung, die sich explizit gegen den Transport und die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken wendet: Am Donnerstag wurde in Beeskow der Verein "CO2-Endlager-stoppen" gegründet. "Wir wehren uns gegen den Aufschluss neuer Braunkohle-Tagebaue in der Lausitz und die CO2-Verpressung unter unserem Boden", sagt Vereinsvorstand Udo Schulze. Eine der Forderungen des Vereins: Braunkohleplanverfahren sollen von Beginn an den Transport und die Endlagerung des gebundenen Kohlendioxids miteinbeziehen müssen.

Gut 100 Menschen nahmen an der Gründungsveranstaltung teil. Der Protest der Bürger aus dem Landkreis Oder-Spree und Märkisch Oderland hat insbesondere den Kohlekurs von Landesregierung und Ministerpräsident Matthias Platzeck im Visier. Die EU pumpe Milliarden in die Erforschung der CCS-Technologie, so Schulz. Die sei als Technologie etwa in Verbindung mit Biomasse unter Umständen zu erwägen, als Legitimation von Kohlekraftwerken jedoch nicht vertretbar: "Wir sind gegen dieses rückwärtsgewandte Technologieförderung. Die Landesregierung muss zum Wohl unserer Kinder und Kindeskinder auf die Zukunft setzen".  

Mehr Informationen ab Ende der kommenden Woche auf der Internetseite des Vereins www.co2-endlager-stoppen.de

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