Im Namen von Tschernobyl gegen Krümmel
An die 1500 Atomkraftgegner haben heute allein gegen eine erneute Inbetriebnahme des Atommeilers Krümmel protestiert. Sie fordern eine endgültige Abschaltung des umstrittenen Meilers. Die vom Energieversorger Vattenfall betriebenen Meiler im Geesthachter Ortsteil Krümmel nahe Hamburg und in Brunsbüttel an der Unterelbe waren im Sommer 2007 nach Störfällen abgeschaltet worden. Ärzte und Bürger fordern seit Jahren das endgültige Aus für die Meiler, da im Umfeld nachweislich mehr Kinder an Leukämie erkrankt waren als anderswo. Im Umkreis von etwa fünf Kilometern um das Kernkraftwerk sind seit 1989 neunzehn Kinder an Blutkrebs erkrankt. Letzte Woche wurde bekannt, dass ein weiteres Kind an Leukämie leidet.
Auch am gestrigen Samstag haben an die 1000 Menschen in Münster (Nordrhein-Westfalen) gegen Atomenergie demonstriert. Hauptanlass der Demonstration war der 23. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Sie riefen unter dem Motto "Tschernobyl mahnt: Keine Renaissance der Atomenergie - Atomanlagen sofort stilllegen" zum Widerstand auf. Die Atomkraftgegner kritisierten insbesondere die großen Energiekonzerne für ihre Kernkraftpläne. Der komplette Ausstieg sei keinesfalls sicher.
Die Demonstranten appellierten unter anderem an den Essener Energiekonzern RWE, kein Atomkraftwerk im bulgarischen Erdbebengebiet von Belene zu errichten. Der Arbeitskreis Umwelt Gronau forderte erneut die Stilllegung der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau.
Die Teilnehmer waren aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden angereist. Sie betonten, dass die Demonstration nur der Auftakt für weitere Anti-Atom-Protesten in den kommenden Monaten sei.
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